Mist Survival Vorschau

Mist Survival will den Einzelspieler-Überlebenskünstler in euch wecken. Wie gut das im Early Access schon funktioniert, verrät Christians Preview.

Mist! Schon wieder ein Survivalspiel, das unter meinem Radar geflogen ist. Dabei bin ich doch besonders interessiert an spannenden Singleplayer-Titeln wie The Forest oder Subnautica, die ich im verlinkten Artikel übrigens auf ihren Spaßfaktor für Solo-Spieler untersucht habe.

Mist ist so ein Survivalspiel für einsame Wölfe, und heißt im vollen Titel Mist Survival. In derpigem Deutsch steht das für Nebel Überleben, und das ist eine der Hauptaufgaben im Spiel. Die wabernden Schwaden haben sich im Spiel des thailändischen Indie-Entwicklers Rati Wattanakornprasit über die Landschaft gelegt, doch anstatt alles leise und friedlich einzuhüllen, wurden die Menschen durch Kontakt mit dem Nebel zu mordenden Zombies.

Basenbau und Teambuilding

Du bist einer der wenigen Überlebenden, die gegen diesen Effekt immun sind. Zu Spielbeginn findest du dich allein bei einem provisorischen Unterschlupf wieder. Hier kannst du dich schlafenlegen, um deine Ausdauer wiederherzustellen und die Zeit vorwärts zu spulen. Auch organisierst du hier deine Truppe, wenn du im späteren Verlauf weitere Überlebende für deine Sache gewinnen kannst.

Mist Survival Basenbau
Wir fangen mit einem kleinen Unterschlupf an, können aber schon bald größere Gebäude wie dieses besetzen.

Diese Leutchen übernehmen dann Aufgaben für dich, wie das Herstellen von nützlichen Gütern. Denn natürlich gehört auch Crafting und Basenbau zu einem ordentlichen Survivalspiel, und da macht Mist keine Ausnahme. Du kannst deine Basis sogar gegen die Zombies verbarrikadieren. Das Besondere: Jede Aktion im Spiel verbraucht Zeit, die während des Ausführens vorgespult wird.

Doch bevor du überhaupt jemanden triffst, musst du dich ertmal um dein eigenes Überleben sorgen. Essen und Trinken findest du entweder aromaversiegelt in der Spielwelt, oder du gehst selbst los und jagst herumlaufende Hühner oder sogar Bären, zerlegst sie fachgerecht und bereitest sie zu.

Zum Jagen kannst du dir einen Bogen herstellen oder die Spielwelt nach Nahkampf- und Schusswaffen durchsuchen. Das Gunplay ist funktional und fühlt sich genau an, kann aber vom Spielgefühl her freilich nicht mit einem AAA-Shooter mithalten.

Mist Survival Gunplay
Das Gunplay ist okay, mehr nicht. Für Stealth-Gameplay steht auch eine Lehnen-Funktion zur Verfügung.

Brumm, Brumm

Um die Spielwelt zu durchqueren, kannst du in Mist Survival herumstehende Autos wieder fahrtüchtig machen. Dafür sammelst du erst die benötigten Teile wie Motor, Zündkerze und Reifen aus den überall auf der Map verteilten Schrottkarren und baust sie in eines der fahrbaren Geländevehikel ein. Dann füllst du ebenfalls auf diese Weise gesammeltes Benzin in die Möhre und los geht die wilde Fahrt.

Auf realistische Fahrphysik oder andere Spaß-Features musst du zwar verzichten, aber für den kleinen Beutezug in die nächste Ortschaft reicht das Feature allemal. Denn im Kofferraum kann man einiges an Loot unterbringen.

Allerdings gibt es noch kaum nennenswerte Kollisions-Features. Auch die Zerstörung durch Dagegenfahren fehlt völlig, sogar bei den Leitpfosten am Straßenrand. Deshalb meidet man die Baken lieber weiträumig!

Mist Survival Bugs
Die Bake und mein Auto sind eine unzertrennliche Bindung eingegangen.

Nebeliger Nebel ist nebelig

Hin und wieder legt sich der ominöse Nebel über die Spielwelt in Mist Survival, und das ist der Moment, in dem es gefährlich wird. Denn nur im Nebel und nachts in der Dunkelheit kommen die flinken Zombies aus ihren Verstecken und machen Jagd auf die Überlebenden.

Die Biester sind sehr gefährlich und erhöhen noch einmal den ohnehin recht knackigen Schwierigkeitsgrad von Mist. Mit einer Axt oder einem Messer kannst du die Zombies zwar schnell besiegen, aber bis dahin haben sie dir unter Umständen schon schwere Wunden zugefügt. Blutungen musst du mit Bandagen behandeln, während andere Wunden mit der Zeit von selbst heilen.

Mist Survival Zombie
“Guten Tag, Führerschein und Fahrzeugschein, bitte.” Im Auto sind wir vor dem Zombie erstmal in Sicherheit.

Auch gefährlich sind die Banditen, die meistens in Lagern auf der Spielwelt verteilt sind, manchmal aber auch in der Wildnis anzutreffen sind. Oft haben sie Schusswaffen, was das Besiegen der Banditen aber auch zu einer lohnenden Unternehmung macht.

Mehr als selbstgesteckte Ziele habe ich in Mist Survival nicht erlebt. Da fehlt es meiner Meinung nach an einer Story, die das Erkunden und Entdecken für den einsamen Einzelspieler lohnender macht. Zumal ich gerne wissen würde, was es mit dem seltsamen Nebel auf sich hat.

Technik noch fehlerhaft

Man merkt Mist Survival den Early-Access-Status an, weder die Hardware-Optimierung noch das Bug Fixing ist zur Zufriedenheit abgeschlossen. Manchmal zum Beispiel will die Spielfigur nichts trinken – da half bei mir, das Getränk aus dem Inventar zu werfen und nochmal aufzuheben.

Bei der Kollision mit einem Leitpfosten glitchte mein Fahrzeug sich derart fest, dass ich die Teile ausbauen und zu einem neuen Auto tragen musste. Auch verhält sich die Banditen-KI manchmal seltsam: Einer rannte minutenlang gegen einen LKW, weil er offenbar Wegfindungsprobleme hatte.

Für ein Solo-Projekt, das am 15. August 2018 auf Steam in den Early Access gestartet ist, macht Mist allerdings einen annehmbaren Eindruck. Entwickler Rati Wattanakornprasit verwendet die Unreal Engine 4 und greift dabei weitestgehend auf Assets aus dem Shop zurück.

So ist Mist nicht das hübscheste Entlein im See, aber kann besonders bei den Lichtstimmungen durchaus hübsche Momente auf den Bildschirm zaubern. Wer sich von einigen Bugs nicht abschrecken lässt, kann also mit Mist zum Preis von derzeit 9 Euro nicht viel falsch machen.

Mist Survival UE4
Wer hier ins Träumen kommt, sollte schnellstens aufwachen! Nachts kommen nämlich die Zombies aus ihren Verstecken.

Fazit

Ich mag Survivalspiele, die mir Überlebenskampf kredenzen, ohne dass ich mich von heimtückischen Gegenspielern mit Hühnerinnereien zwangsernähren lassen muss. Deshalb greife ich gerne auf Einzelspieler-Titel zurück.

Mist dürfte vielen Spielern noch unbekannt sein, funktioniert im Early Access aber schon recht gut. Fehler gibt es zwar noch, aber das Spielerlebnis bleibt meistens flüssig und macht Spaß. Wenn man denn mit dem knackigen Schwierigkeitsgrad zurecht kommt, der dich sowohl beim Finden der benötigten Ressourcen, als auch beim Kampf gegen Zombies und Banditen fordert.

Mist braucht noch eine Menge Feinschliff und Bug Fixing, aber wenn das erledigt ist, steht 20 bis 30 Stunden fordernder Unterhaltung nichts mehr im Wege. Was mir bis hierhin noch fehlt, ist eine übergeordnete Story.

Denn wo Mit- und Gegenspieler fehlen, kann kein Emergent Storytelling stattfinden. Und nur Überleben um des Überlebens Willen reicht da meines Empfindens nach nicht. Trotzdem hat der Titel durchaus Potenzial und lohnt sich besonders für hartgesottene Spieler, die eine neue Herausforderung suchen.

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