Christmas-Gaming

Obwohl ich eigentlich nicht mehr für Survivethis tätig bin, wurde ich in diesem Jahr erneut gebeten, meinen jährlichen Weihnachtstext zu schreiben. Dem komme ich sehr gerne nach.

Es war ein erstaunlich langes Jahr 2018 für mich, und doch ein sehr kurzes. Nach langer Zeit des Suchens habe ich einen neuen Job gefunden, in den ich meine volle Begeisterung stecken kann. Der Haken ist, es ist ein Job in der Spieleindustrie. Ich arbeite als Community Manager für Bohemia Interactive, für das Projekt DayZ. Die Erfahrungen aus dieser Position haben mich zu diesem Artikel animiert, der ausschließlich meine persönlichen Ansichten widerspiegelt:

Wenn ich mich mal wieder im Kampf gegen den Hunger durch den Wald von Chernarus schlage, wenn ich unter Feind-Feuer versuche, aus Tarkov zu entkommen, wenn meine Base in Rust geraided wird oder mein Tribe versucht, seinen ersten T-Rex zu zähmen – in all diesen Situationen setze ich auf eines; Unterstützung meiner Teammates. Dass Unterstützung aber mehr Bedeutung hat, als zu Beginn den Healer zu wählen oder Deckungsfeuer zu geben, und was das mit Weihnachten zu tun hat, darüber werde ich heute etwas die Gedanken schweifen lassen.

„Was schlägt den Hass?“

Wenn meine Teammates in Overwatch oder ähnlichen Games mal wieder außergewöhnliche Entscheidungen treffen, und die Geduld von meinen Teammates und meistens auch mir schon relativ erschöpft ist, ist mein Standardspruch: „Ich nehme an, dass du damit einen bestimmten Plan verfolgst. Lass mich wissen, wenn ich dir damit helfen kann. Aber wenn es nicht klappt, wäge bitte ab, deine Taktik zu ändern.“ Meine Erfahrung ist, dass diese Art der Unterstützung sehr gut klappt, sowohl in der Entscheidungsfindung des betroffenen Spielers, als auch für die Moral des Teams. Wir zeigen unseren Mitmenschen Vertrauen im selben Satz, in dem wir sie auch auf potenzielle Fehler hinweisen.

Unterstützung kann auf diese Weise nicht nur den existierenden Hass überwinden, sondern auch Kritik und andere Gedankengänge zugänglicher machen. Ein unterstützender Kommentar ist oft ruhiger verfasst, beinhaltet mehr Details und ist freundlicher zu hören.

Es ist faszinierend, zu beobachten, wie sich Spieler gegenseitig attackieren, wenn sie sehen, dass andere zu unterstützend werden. „Fanboy“ ist dabei die wohl lächerlichste „Beleidigung“ der heutigen Zeit, da so ziemlich jedes Mitglied in der Diskussion anscheinend Fan genug ist, seine Zeit in eben dieser Diskussion zu verbringen, und darüber emotional zu werden. Daneben steht nur „Tryhard“, was einen Spieler dafür beleidigen soll, dass er es doch tatsächlich wagt, effizient und gewinnorientiert zu spielen. Beide Beleidigungen zielen darauf ab, eigentlich normales und positives Spielverhalten herabzuwerten, und gegenseitiges Fertigmachen und Attackieren zur Norm zu machen. Wer das für sein persönliches Umfeld will, hat schon verloren. Aus diesen Gründen ist ein unterstützender Spieler meiner Meinung nach mehr wert, als zehn toxische.

toxic-players
Toxische Spieler findet man leider überall.

Das, zumindest in der Lautstärke auf Social Media, dieses Verhältnis leider Alltag ist, ist ebenso traurig. Praktisch jedes Spiel, das längerfristige Unterhaltung bieten möchte, findet sich früher oder später von negativen Kommentaren umgeben, und Review-Bombing von Spielern, die Tausende Spielstunden voller Spaß wegen einem Fehltritt ignorieren, passiert immer häufiger. So verfälscht Hass die Statistik, weil Unterstützung oft leise ist, und seine große Bedeutung nur für den individuellen, menschlichen Leser entfaltet.

Das Fest der Unterstützung

Aber lassen wir Videospiele hinter uns, es ist Weihnachten. In dieser Zeit des Jahres kommen wir nach Hause und treffen uns mit Freunden und Familie. Es ist die Zeit im Jahr, wo wir die Chance haben, für uns und andere dieses Jahr gut ausklingen, und das neue gut beginnen zu lassen. Denn wenn man so möchte, ist das Gemeinsamsein von Weihnachten nur die Voraussetzung und Symbolik für etwas Wichtigeres; dass man zueinanderfindet und einander hilft, mit Verständnis und Vertrauen. Kurz; gegenseitige Unterstützung. Das Vergeben von Fehlern, zweite Chancen zu geben, sind alles Formen von Unterstützung, die wir unseren Liebsten entgegenbringen.

Jeder Mensch kämpft mit seinen eigenen Problemen, und ich denke, dass wir alle etwas Unterstützung gebrauchen können. Oder umgekehrt, dass wir alle unsere Unterstützung öfter zeigen können.

Das Survivethis-Team und ich wünschen dir friedliche und besinnliche Weihnachten.

4 KOMMENTARE

  1. Alles was wir sagen, schreiben und tun, ist wie ein Teil der Visitenkarte von einem selbst, an den Rest der Welt.
    Und das ist gut so.

    Vielen Dank für euren Einsatz und eine ruhige Zeit, Zeit die kostbarste Konstante.

  2. Alles was wir sagen, schreiben und tun, ist wie ein Teil der Visitenkarte von einem selbst, an den Rest der Welt.
    Und das ist gut so.

    Vielen Dank für euren Einsatz und eine ruhige Zeit, Zeit die kostbarste Konstante.

  3. “10 Signs of an Toxic Player”
    wer kennt das nicht …xD
    Frohe Weihnachten an alle Gamer,
    und ich grüße auch das Survivethis Team,
    macht weiter so im nächsten Jahr…

  4. “10 Signs of an Toxic Player”
    wer kennt das nicht …xD
    Frohe Weihnachten an alle Gamer,
    und ich grüße auch das Survivethis Team,
    macht weiter so im nächsten Jahr…

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