Ubisoft Sexismusdebatte

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Ubisoft wird derzeit Sexismus vorgeworfen. Die Anschuldigungen erdrückend und auch Ubisofts Spiele sollen frauenverachtend sein. Was ist da aber wirklich dran?

Ubisofts Unternehmenskultur: Ubisoft muss sich aktuell vielen Sexismusvorwürfen entgegensehen. Der genaue Ursprung der Angriffe auf den französischen Publisher waren Vorwürfen seitens der Mitarbeiter. Den Funken so richtig entzündet hat aber wohl der Artikel von Branchen-Legende Jason Schreier.

Darin schreibt er über die Anschuldigungen, denen sich einige nicht namentlich genannten Ubisoft-Führungspersonen stellen müssen. Wie man es von Schreier gewohnt ist, ist der Artikel lang, ausführlich und voller Insider-Details. Ob das alles der Wahrheit entspricht, oder nicht, möchte ich mir an dieser Stelle nicht anmaßen. Doch wie sieht es mit den Spielen aus?

Jason Schreier. (Quelle: Gameworldobserver)

Assassin’s Creed ist sexistisch, weil es dich wählen lässt – eh, was?

Die spinnen, die Medien: Ja, kein Scherz, nicht nur deutsche Magazine, auch international wird sich gerade über folgende Thematik aufgeregt. Die Führungsriege des Assassin’s Creed Entwicklerteams soll Mitarbeiter dazu gezwungen haben, die weiblichen Protagonisten im Spiel kleinzuhalten.

Als Beweis wird angebracht, dass Kassandra in Assassin’s Creed: Odyssey die alleinige Hauptrolle hatte. Im Laufe der Entwicklung haben die Verantwortlichen aber entschieden, dass Alexios ebenfalls spielbar sein soll, damit Spieler wählen können. Einfach nur abstoßend, finden viele Magazine.

Wäre es genau anders herum gewesen, na dann hätte sich Ubisoft aber nicht mehr vor einer Sexismusdebatte, sondern vor Schulterklopfern retten müssen.

Außerdem sexistisch, Evie aus Assassin’s Creed: Syndicate sollte 50 % der Spielzeit vom Spieler gesteuert werden. Ob du es glaubst oder nicht, am Ende waren es wegen der misogynen Chefentwickler bei Ubisoft nur 40 %! Du siehst schon, worauf ich hinaus möchte, es ist vollkommen absurd.

Das Evie noch immer die Stimme der Vernunft war und den gesamten Plot vorangetrieben hat, während Jacob mit seinen Straßenprügelein beschäftigt war, wird dabei gerne übersehen. Es geht besagten Magazinen und Menschen dahinter gar nicht darum, wie gut ein weiblicher Charakter geschrieben und inszeniert ist, sondern nur um die Zeit, die sie mit ihnen verbringen — Quantität statt Qualität?

Schreier greift alle an – mach dich nicht lächerlich

Absichtlich vorenthalten? In Schreiers Artikel zur Thematik auf Bloomberg.com führt er in diese Debatten auch noch die Verteilung der Geschlechter unter den Angestellten an. In welcher Relation das zu alledem vorher Besprochenen steht, weiß er vermutlich selbst nicht. Es geht dabei nur um das Daraufzeigen mit dem Finger:

,,Ihr habt weniger Frauen im Unternehmen als Männer, ihr seid sexistisch.“

Dass dieser Unterschied vollkommen abzusehen und normal ist, scheint Schreier nicht zu interessieren. Das Schlimme daran ist, das gerade er es vermutlich weiß, aus mir unbekannten Gründen aber nicht zugibt. Frauen spielen weniger Videospiele als Männer.

Auch die Statistiken, die behaupten, 46 % aller Gamer sind Frauen, werden oft schlichtweg missinterpretiert.

Da in dieser Statistik (Quelle: Wikipedia) PC- und Konsolengaming einzeln vermerkt sind, dürften wir bei Videogaming bzw. Online Gaming zum Großteil von Mobilspielen ausgehen. Die von Schreier herangezogene Statistik bezieht sich jedoch auf Entwicklerstudios von PC- und Konsolenspielen.

Hier sind es deutlich weniger Prozent. Dazu sei gesagt, dass es bei den Befragungen nicht darum geht, wie viele Frauen sich als Gamer sehen oder regelmäßig Videospiele spielen. Die Frage lautete: ,,Hast du schon mal ein Spiel auf Plattform XY gespielt?“. Als waschechte Gaming-Fans bezeichnen sich in den USA nämlich nur 9 % der befragten Frauen.

Dass dementsprechend weniger Frauen als Männer, in die beruflich in die Branche einsteigen, dürfte also niemanden überraschen, auch nicht Insider-Guru Jason Schreier.

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