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Im Test: Die PlayStation 4-Version


Mit The Evil Within 2 entführen uns Bethesda und Tango Gameworks erneut in eine grauenhafte Welt: den STEM. Als EX-Detective Sebastian Castellanos begeben wir uns für Mobius in die beschauliche Stadt namens Union, um den Kern zu bergen. Auch unsere totgeglaubte Tochter Lily scheint etwas damit zu tun zu haben – ein Grund mehr, in den STEM zurückzukehren. Wir haben uns in der PS4-Version des Spiels dem Albtraum gestellt und sagen euch möglichst spoilerfrei, was ihr erwarten könnt.

Die Story ist schnell erklärt, aber kompliziert

Als abgewrackter Ex-Detektiv können wir die Ereignisse aus der Beacon-Heilanstalt aus The Evil Within nicht gut verarbeiten; war alles doch nur ein Traum? Gibt es Mobius wirklich? Sind wir verrückt? Auch die Schuldgefühle und Albträume zerfressen uns allmählich, denn unsere Tochter Lily ist bei einem Hausbrand ums Leben gekommen – wir waren nicht rechtzeitig für sie da.

Die Erlösung glauben wir am Boden einer Whiskeyflasche zu finden und greifen immer wieder zum Alkohol. Das ändert sich jedoch schlagartig, als uns eine alte Bekannte aufsucht und uns mitteilt, dass Lily am Leben ist. Um sie zu finden, müssen wir zurück in den STEM, den Kern bergen und sicher zurückbringen. Das klingt doch gar nicht so schwer – vor allem, da im STEM eine beschauliche Kleinstadt errichtet wurde, die keinerlei Bedrohungen beinhalten sollte.

Gut, das klingt jetzt erst einmal weniger kompliziert. Aber wer den ersten Teil bereits gespielt hat, wird wissen, dass nichts so ist, wie es scheint. Und auch The Evil Within 2 spielt oft mit unserem Verstand.

Das schöne Vorstadtleben – Willkommen in Union

Im Gegensatz zum ersten Teil, der noch in einer albtraumhaften Nervenheilanstalt spielt, befinden wir uns dieses Mal in einer kleinen Vorstadt namens Union. Hier baut der aus dem Schatten agierende Konzern Mobius eine immer größer werdende Gemeinschaft auf, die dank des reinen Kerns nicht besser funktionieren kann. Andauernder Sonnenschein, angenehme Außentemperatur und alle sind glücklich – eine perfekte Welt ohne Krieg und Hass.

The Evil Within 2 Union
Wilkommen in Union.

Wäre doch alles nur so einfach geblieben. Als der Kern plötzlich spurlos verschwindet, fängt Union langsam an, auseinander zu brechen. Die Verbindung zu STEM bricht ab und Mobius weiß selber nicht, wie es im Inneren aussieht. Als wir in Union ankommen, wird uns jedoch schnell klar: Es ist genau so wie in Beacon!

Jedoch mit einem gravierenden Unterschied, der Open World. Da wir uns nicht länger in einer Nervenheilanstalt befinden, können wir uns frei bewegen – das verringert die Anspannung und den Gruselfaktor. Die Areale sind groß und laden zum Erkunden ein. Viele der Gebäude können wir betreten, um nützliche Ressourcen oder Munition zu finden. Die meisten Gegner lassen sich außerdem durch Schleichangriffe erledigen oder können einfach meterweit umgangen werden.

Dabei sind wir nicht immer in der Kleinstadt unterwegs – die Welt verändert sich stetig. Ob wir nun in Union sind, auf einer Subebene, in der Welt eines psychotischen Künstlers, in den Gedanken eines krankhaften Ketzers oder in unseren eigenen Albträumen – für Abwechslung ist gesorgt. Auch die Neben-Missionen, die es so im ersten Teil noch nicht gab, sorgen für ein nicht-lineares Spielgefühl und schicken euch durch die komplette Map.

Die „Verlorenen“ – Vom Zombie bis zum Ekelpaket

Die Gegner in The Evil Within 2 waren vor ihrer Verwandlung ganz normale Menschen. Jetzt sind sie bekannt als die „Verlorenen“ und haben verschiedene Gestalten angenommen. Die meisten von ihnen ähneln Zombies und sind leicht zu bezwingen – ein gezielter Kopfschuss oder ein Schleichangriff reicht aus, um sie aus dem STEM zu löschen.

Andere hingegen sind zu echten Ekelpaketen mutiert, die unser Können fordern oder uns zur Flucht zwingen. In den 17 Kapiteln stoßen wir auf sieben Boss-Gegner, die für reichlich Abwechslung sorgen. Dabei sind sie aber nicht so fordernd wie noch die Bosse aus dem ersten Teil. Haben wir einmal ihre Bewegungsabläufe und Angriffe gesehen, ist eine passende Taktik schnell gefunden. Gerade die rot aufleuchtenden Schwachstellen bei gewissen Bossen oder anderen Gegnern sorgen für eine leichte Alternative, um viel Schaden zu verursachen.

So sehen wir uns also wieder, Tatiana

Auch in The Evil Within 2 treffen wir auf die ruhige Krankenschwester Tatiana. Sie hat nicht nur immer kluge Ratschläge für uns, sondern hilft uns auch, unsere Fertigkeiten zu verbessern. Dazu benötigen wir lediglich grünes Gel, das wir von den Gegnern erhalten – ihr Blut quasi.

Wir können unsere Fertigkeiten in fünf Kategorien erweitern: Athletik, Gesundheit, Heilung, Kampf, und Stealth. In diesen Kategorien finden wir Fähigkeiten wie mehr Lebenspunkte, Ausdauer, eine ruhigere Hand beim Zielen, mehr Nahkampf-Schaden sowie weitere Skills, um den Alltag im STEM zu bewältigen. Das Skill-System sorgt für ein befriedigendes Gefühl. Ähnlich wie es in einem RPG der Fall ist, freuen wir uns immer auf einen Besuch bei Tatiana, um uns zu verbessern.

Grafik und Sound – Das A und O im Horror

Was macht ein gutes Horror-Spiel neben einer intensiven Story aus? Die düsteren Umgebungen, eine passende Grafik und ein atmosphärischer Soundtrack spielen auf jeden Fall eine große Rolle. The Evil Within 2 macht hier auf den ersten Blick zwar eine gute Figur, kann mit aktuellen Titeln aber nicht mithalten.

Die Grafik ist etwas veraltet und vor allem die Schattenqualität lässt zu wünschen übrig. Die Details sorgen jedoch für eine durchgehend angespannte Atmosphäre und im Gesamtpaket wirkt TEW2 sehr stimmig.

TEW2 Obscura
Bitte lächeln!

Die Hintergrund-Musik des Titels sorgt für Gänsehaut und das Sound-Design der Gegner ist hervorragend. An den Geräuschen hören wir sofort, mit welchem Gegner wir es zu tun bekommen. Egal ob es ein Stöhnen, Klackern, Heulen oder ganz andere Sounds sind, sie sorgen in jedem Moment für das richtige Grusel-Feeling. Ein Problem ist jedoch das Voice-Over der einzelnen Charaktere. Diese sind im Deutschen zwar gut synchronisiert, jedoch fehlt es an Emotionen – auch in der englischen Fassung.

Fazit

The Evil Within 2 setzt die Horror-Reihe gekonnt fort. Das Gameplay hat sich im Gegensatz zum ersten Teil verbessert, das Missions-Design sorgt für mehr Abwechslung und die Story ist spannend in Szene gesetzt – auch wenn sie eher langsam in Fahrt kommt. Die Open-World ist gerade für Entdecker eine tolle Neuerung, jedoch auf Kosten des Horrors. Grafik und Sound sind passend, jedoch gibt es gerade im Voice-Over einige Mängel – im Gesamtpaket kann TEW2 aber auch hier überzeugen.

Gerade für Fans des ersten Teils ist die Fortsetzung ein Blick Wert und auch Horror-Fans sollten es riskieren. Aufgrund des geringeren Gruselfaktors können sich auch Horror-Neueinsteiger in den Albtraum werfen. Wir empfehlen: Wartet auf einen Sale.

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ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gameplay
7
Grafik
7
Sound
6
Story
7
Fun
6
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Sascha ist seit vielen Jahren leidenschaftlicher Zocker, dabei haben ihn Survival Spiele schon immer interessiert. Neben der Leitung von Survivethis zockt Sascha auch gerne ein paar Runden mit Freunden oder fährt zur Entspannung mit dem Motorrad.

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