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Im Test: Die Windows-Version


Stay Close ist ein Koop-Horrorspiel des Entwicklers BlindBird. In dieser Review greifen wir alles auf, was sich bisher im Spiel befindet und was noch kommen wird. Wir können jedoch nicht über das gesamte Spiel berichten, da es in kleineren Episoden erscheinen wird, die aber kostenlos nachgepatcht werden.

Worum geht es?

In Stay Close übernehmen 1 – 2 Spieler die Rolle eines Ehepaars. Wird das Spiel im Singleplayer gestartet, lautet die Aufgabe: Finde deine Frau. Wird es im Koop gestartet, starten beide zusammen und müssen einige andere Ehepaare suchen. Ob diese Entscheidung am Ende zwei verschiedene Storys für je Single- und Multiplayer nach sich ziehen wird, bleibt offen.

Nach und nach müssen verschiedene Level, die am Rand einer stimmigen Hubwelt angeordnet sind, abgeschlossen werden. Nach jedem Level ist ein Besuch beim grimmigen und ominösen Cyrus nötig, um eines seiner Rätsel zu lösen. Dieses Schema zieht sich kontinuierlich durch das Spiel.

Trailer und Wirklichkeit

Unser erster Punkt bezieht sich auf den einzigen Trailer zum Spiel. In diesem begleiten wir ein Ehepaar in ihrem Haus. Die Räume sehen schön eingerichtet und modelliert aus. Im fertigen Spiel starten wir aber alleine oder mit einem weiteren Mitspieler in einer an Silent Hill erinnernden Stadt und müssen zu einem Pub gelangen. Wo also ist das Haus aus dem Trailer, der sogar erst nach Release des Spiels erschienen ist? Und wieso wird ein Trailer, der keinen Zusammenhang zum Spiel hat, überhaupt veröffentlicht?

Cyrus: Rätselsteller und Strippenzieher?

Die erste Aufgabe, die uns in Stay Close erwartet, ist ein Rätsel des mysteriösen Charakters Cyrus. Dieser wartet direkt zu Beginn in dem bereits vorhin erwähnten Pub. Er gibt vor, dass er nicht weiß, was in der Stadt vorgeht. Weiterhin erwähnt er, dass er bereits vor einigen Stunden ein anderes Ehepaar traf, das ihn aber für verrückt hielt.

Stay Close Cyrus
Cyrus stellt uns im Laufe des Spiels immer wieder Rätsel.

Diese Vermutung hatten wir auch, nachdem er begann, uns Rätsel zu stellen. Diese lockern das Geschehen zwar auf, fühlen sich aber fehl am Platz an, da Cyrus sie ohne jeglichen Bezug zum Rest des Spiels stellt. Zudem ist keines dieser Rätsel der Feder der Entwickler entsprungen. Bereits mit einer sehr oberflächlichen Suche lassen sich sämtliche Antworten auf einer einzigen Internetseite finden.

Gegner & KI strecken das Spiel

Die Gegner stellen einen tragenden Pfeiler dar, da das Spiel ohne sie nichts weiter als eine Abfolge von Suchaufgaben wäre. Mit ihnen wird das Spiel oft in die Länge gezogen, da sie meist in einer sehr großen Überzahl auftauchen und teilweise an Positionen auftauchen, in denen es oft keine Chance gibt, an ihnen vorbeizukommen. Das Spiel oder die Spielwelt selbst geben uns keinerlei Hinweise darauf, wie wir gegen die Monster vorgehen können.

Cyrus scheint sie gut zu kennen, gibt uns aber bewusst keine Hilfestellung. Wir müssen also raten und ausprobieren, wie wir an den Monstern vorbeikommen. Diese Designentscheidung sorgt dafür, dass sich das Spiel von einem kurzweiligen Horrortrip in ein langwieriges Trial and Error verwandelt, das alleine darüber bestimmt, ob wir nun 150 Minuten für die Episode brauchen, oder doch nur 20.

Lobend müssen wir erwähnen, dass die Gegnertypen optisch sehr ansprechend sind. Auch ihr erstes Erscheinen in den engen Fluren eines Hauses, in welchem wir einen Kompass für Cyrus finden müssen wirkt bis zu einem gewissen Punkt wunderbar beklemmend und Angst einflößend.

Nachdem wir aber das dutzendste Mal an Gegnern gestorben sind, die inmitten des einzigen Flurs standen und sich nicht wegbewegen wollten, entwickelten wir keine Angst mehr. Wir waren nur noch genervt.

Die Technik, ein zweischneidiges Schwert

Das technische Gerüst basiert auf der Unreal Engine 4. Viele Level bestehen aus bereits fertigen Assets der Engine. Das ist zwar ein herkömmlicher Vorgang in der Indie-Szene, dennoch fiel uns hier ebenso wie bei den Rätseln die mangelnde Eigeninitiative auf. Das zweite Level ist ein Park, dort wird mit Licht und Dunkelheit gespielt. Ein perfektes Setting für die zwei so unterschiedlichen Gegnertypen. Unser absoluter Favorit – Warum nicht mehr davon?

Fazit

Wir finden es lobenswert, dass sich endlich wieder jemand mit Koop-Spielen beschäftigt. Die Atmosphäre, die das Spiel in den ersten Spielminuten präsentiert, ist durchaus gelungen. Durch ein Übermaß an Gegnern, fehlenden Erläuterungen und Aufgaben, die keinem Ziel zu folgen scheinen, wird diese aber schnell zunichte gemacht. Einzig der Multiplayer-Aspekt bereitete Freude an diesem Grauen.

Die Charaktere bleiben durchweg blass – es bleibt zu hoffen, dass Cyrus in den kommenden Episoden einen tieferen Werdegang entwickelt, denn interessant ist er zweifellos. Auch die Hintergrundgeschichte bleibt leider sehr unbeleuchtet. Es ist zwar die erste Episode, jedoch erfahren wir rein gar nichts über die Geschehnisse in der Spielwelt.

Die Technik ist solide, bewegt sich durch viele kopierte Assets jedoch eher im unteren Mittelfeld im Vergleich zu Genre-Kollegen. Abgesehen davon waren die Entwickler nicht untätig. Bugs und Probleme wurden sehr schnell behoben. Wir hoffen darauf, dass die Geschichte des Spiels in den kommenden Episoden mehr Fahrt aufnimmt und die Entwickler sich mit den bestehenden Problemen auseinandersetzen.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Story
2
Grafik
5
Sound
6
Gameplay
3
Spielspaß
5
QUELLESurvivethis
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Kevin ist ein großer Fan des Survival Genres seitdem er damals zum ersten mal die DayZ-Mod spielte. Neben dem Gaming geht er in seiner Freizeit aber auch klettern und feiern.

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