SOS-EA-Eindruck

SOS ist ein weiterer Battle-Royale-Titel, der gerade erst in die Early-Access-Phase eingetreten ist. Im Gegensatz zu den bekannteren Genrevertretern wie PUBG oder H1Z1 ist in SOS eine soziale Kompetenz vom Vorteil, um eine Allianz mit den anderen 15 Mitspielern einzugehen. Bis zu drei Spieler können am Ende gewinnen und den Ruhm ernten. Das soziale Feature ist vor allem für Streamer interessant und hebt den Titel von seiner Konkurrenz ab – wir haben uns für euch in die Early Access gestürzt.

Licht, Kamera, Action! Wilkommen auf La Cuna Island

SOS ist kein simpler Battle-Royale-Shooter wie seine Konkurrenz. Im Spiel geht es vielmehr um Entertainment und Zusammenhalt, um möglichst zu dritt von der Insel zu fliehen. Der Wettstreit auf La Cuna Island ist nichts anderes als eine TV-Show, die im ganzen Land übertragen wird. Zuschauer haben so die Möglichkeit, eure Aktionen mit Emotes zu kommentieren und bei Content-Drop-Umfragen abzustimmen, was der Helikopter für Items fallen lässt.

Dabei entspricht eine Spielrunde einer Folge der Gameshow. Sie durchläuft mehrere Phasen und lässt den Spielern insgesamt 30 Minuten Zeit auf der Insel.

1. Spot on! Der Zuschauer lernt die Kandidaten kennen

Euren Spielcharakter könnt ihr nicht nur vom Aussehen individuell anpassen. Ihr könnt auch aus einem Set an Gesten drei auswählen. Dadurch könnt ihr vor Spielbeginn sowohl mit eurer Stimme als auch mit dem gewählten Posing eine kurze Performance hinlegen. Die sehen alle Mitspieler sowie Zuschauer und ihr könnt bei beiden Gruppen Sympatiepunkte sammeln.

2. Startphase: Rüste dich aus

Auf der Insel angekommen starten die 16 Teilnehmer an verschiedenen Strand-Abschnitten. Als erstes geht es darum, sich auszurüsten. Papayas sind natürliche Heilpflanzen und die gelben Pilze dienen zur Entgiftung. Es gibt verschiedene Hieb- und Wurfwaffen, vom Totenschädel übers Messer bis zum Beil. Zusätzlich findet ihr in den überall verstreuten Tempelanlagen und Gebäuden wertvollere Gegenstände: Dietriche, Stirnlampen und Pistolen.

Den ersten Kontakt mit den auf der Insel lebenden Monstern habt ihr spätestens in den Tempelanlagen. Ihr habt wesentlich bessere Chancen, die Begegnungen zu überleben, wenn ihr sie im Team bekämpft. Wer von einem Monster gebissen wird, kann sich infizieren und verwandelt sich langsam. Diesen Effekt könnt ihr mit den gelben Pilzen verlangsamen. Eine sehr seltene Impfung erlöst euch komplett von dem Handicap.

In verlassenen Tempeln findet ihr wertvolle Beute aber auch gefährliche Monster.
In verlassenen Tempeln findet ihr wertvolle Beute aber auch gefährliche Monster.

3. Midgame: Finde ein Relikt

In manchen Tempeln trefft ihr auf besonders gefährliche Monster, die ein leuchtendes Relikt auf dem Rücken tragen. Wenn ihr sie tötet, könnt ihr das Relikt aufnehmen. Sie sind ein begehrtes Gut, denn nur wer ein Relikt trägt, kann die Insel am Ende als Sieger verlassen. In dieser Spielphase wird es besonders spannend, mit wem ihr euch verbündet. Könnt ihr den anderen Spielern trauen? Können sie euch trauen? Was passiert, wenn im Team drei Spieler aber nur zwei Relikte sind?

4. Endphase: Ruf den Hubschrauber und flieh von der Insel

Wer eine Leuchtpistole findet, kann damit einen Hubschrauber rufen. Der kommt zu der Stelle, an der die Signalkugel leuchtet und wirft Versorgungsgüter ab. Wenn die Hubschrauberbesatzung entdeckt, dass jemand ein Relikt trägt, markieren sie eine Rettungszone. Aus der werden Relikt-Träger evakuiert. Hierzu wird ein Seil mit Haken vom Hubschrauber heruntergelassen, in den Spieler sich einklinken können. Dann werden sie langsam hoch gezogen.

Das Schauspiel und die Hubschraubermeldung lockt jedoch alle restlichen Spieler an. Wer ein Relikt hat, kann das Spiel gewinnen. Wer keins hat, kann einen Relikt-Träger töten und so eins erbeuten. Es gibt jedoch mehr Relikte auf der Insel, als freie Plätze im Hubschrauber. So kommt es gerade zum Ende oftmals zu einem Schusswechsel um die begehrten Plätze.

Der soziale Aspekt: Einfluss der Zuschauer

Die Verknüpfung des Spiels mit realen Zuschauern lässt das Setting der Game-Show noch mal lebendiger und realistischer erscheinen:

  • Bereits gestorbene Spieler können den anderen zusehen, aber auch Zuschauer von twitch-Livestreams, die im Spiel direkt gar nicht eingeloggt sind.
  • Hierfür hat der Publisher die Plattform Hero TV etabliert. Sie spiegelt twitch-Streams und zeigt unter dem Videofenster fünf Emoticons.
  • Mit diesen Emoticons kann jeder Zuschauer Feedback ins Spiel hinein senden: Entsetzen, Freude, Applaus, Liebe und Hass. So entsteht am Ende einer Runde eine Zuschauer-Wertung.
  • Wenn die Entscheidung ansteht, aus welchen Gegenstände die abgeworfene Versorgungslieferung bestehen soll, können die Zuschauer hier ebenfalls mit abstimmen.
SOS-Zuschauerwahl
Zuschauer haben im Spiel oder auf Hero.tv die Möglichkeit, den Spieler anzufeuern und bei Content-Drop-Wahlen auszuarbeiten.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Mit seinem erfrischenden Ansatz, das Battle-Royale-Genre mit einer sozialen Komponente zu erweitern, klingt SOS vielversprechend und interessant. Jedoch bietet der Titel zum jetzigen Zeitpunkt mit einer einzigen Map zu wenig Inhalt, um auf Dauer für Spaß zu sorgen. Auch der eindeutige Vorteil großer Streamer ist Spielanfängern und Nicht-Streamern gegenüber unfair. So erhalten sie dank der vielen Zuschauer mehr Ranking-Punkte und werden öfter mit den Content-Drops belohnt.

Für Streamer hingegen bietet der Titel eine gute Möglichkeit, mit ihren Zuschauern zu interagieren und ihre Entertainment-Skills zu verbessern. Gerade durch die extra geschaffene Plattform Hero.tv und die Verknüpfung mit Twitch können Streamer neue Fans gewinnen. So hatten wir selbst als Nicht-Streamer im Test bis zu 60 Zuschauer, die wir unterhalten haben.

Für 27.99€ erhaltet ihr Zugang zur Early Access auf Steam. Der Entwickler Outpost Games Inc. bietet jedoch weitere Founders-Pakete an, mit denen ihr zusätzliche Ingamebelohnungen erhaltet.

SOS_Founder_Packs_steam
Neben dem Standard-Paket stehen zwei weitere zum Kauf zur Verfügung.

Für 54.99€ erhaltet ihr das „Supremely Ultimate Founders Package“, welches vier weitere Emotes, vier Shirt-Skins für eure Charakter-Anpassung und einen Gold-Titel zum Spiel hinzufügt. Das „Ultimate Ultimate Founders Package“ kostet schon 92.99€ und bietet zusätzlich zum mittleren Paket nur ein weiteres Shirt an. Diese Preise sind völlig inakzeptabel und selbst die Entwickler wissen, dass sie überteuert sind:

Ja, das Ultimate Ultimate Founders Package bringt dir nur ein klebriges T-Shirt mit einem riesigen goldenen SOS-Logo. Es kostet fast 40€ mehr als die anderen Packs. Ist das ein guter Deal? Wahrscheinlich nicht.

Für Streamer ein guter Titel, der während der Early-Access-Phase noch weiter optimiert und mit zusätzlichem Content ausgestattet wird. Eine Roadmap der Entwickler gibt es jedoch noch nicht, sie möchten hierzu vor allem das Feedback der Spieler abwarten. Für Gelegenheitsspieler und Nicht-Streamer können wir aktuell aber keine Empfehlung aussprechen. Interessenten sollten lieber die kommenden Content-Updates abwarten, die vermutlich mehr Karten, Items und Charaktere zum Spiel hinzufügen.

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