Gefängnis in Scum

Das sich in der Entwicklung befindliche Prison-Survival Scum erregt seit einem halben Jahr die Aufmerksamkeit der Survival-Community. Grund sind erste Tech-Demos des Titels, in denen die Entwickler von Gamepires dem Realismus-Anspruch neue Dimensionen verleihen. Doch blieb das genaue Spielziel von Scum bis heute unbekannt. Wir haben uns auf der gamescom mit dem kroatischen Entwicklerteam getroffen und uns in das Geheimnis einweihen lassen.

Ein ausgefuchstes Entwicklerteam

Als ich mich zu den Entwicklern setze, wird mir erst einmal ein Kurzer angeboten – „So redet es sich leichter.“ Tomislav Pongrac ist der Creative Director des Projektes und leidenschaftlicher Game Designer. Er erklärt mir die Hintergründe zu den durchaus beeindruckenden Tech-Demos auf YouTube: Die Charaktersteuerung ist Grundlage für das gesamte Feeling im Game, und das Team möchte es richtig machen.

Scum Optik
Im Morgennebel kann sich Scum atmosphärisch auf jeden Fall sehen lassen.

In den Videos dargestellte Mechaniken sind lange überlegt und ausgearbeitet, aber nicht in Stein gemeißelt. Begeistert berichtet mir Tomislav von den Mengen an Feedback, die sie bereits erhalten haben, obwohl weiterhin keine spielbare Demo veröffentlicht wurde. Diese Rückmeldungen sind oft plump, viele nehmen aber auch die Herausforderung einer technischen Lösung an und stellen ihrerseits durchdachte Alternativen vor. Ein Gewinn für das Entwicklerteam.

„Das sollte alles selbstverständlich sein“

Abseits der kontroversen Gameplay-Entscheidungen bemühen sich Gamepires um einen möglichst realistischen Charakter. Das beinhaltet unter anderem Berechnungen für einen Metabolismus, wie echte Menschen ihn besitzen. Dafür stellte der Creative Director selbst seine Ernährung für ein Jahr experimentell um und spürte so die Veränderungen durch bestimmte Diäten am eigenen Leib. Dazu rief er in einem „Alpha-Test“ Fans dazu auf, gewisse Daten zu körperlicher Verfassung und Fitness-Leistung zu Vergleichszwecken einzureichen.

Metabolismus in Scum
Gar nicht so einfach zu überblicken: Der Metabolismus in Scum ist komplex, aber Spieler sollen ihn auch gar nicht von Tag 1 durchschauen können.

Aktionen wie Klettern, die in PUBG als großes Feature erwartet werden, hält Tomislav nicht einmal für erwähnenswert.

„Natürlich haben wir das drin, aber das sollte alles selbstverständlich sein.“

Unter den Punkt „Selbstverständlich“ fallen in den Augen des Creative Directors auch Durchnässung des Charakters, Nahrungsverfall über Zeit, ein Elektrizitätssystem und KI-Tiere.

Doch so schön die Mechaniken auch geplant sein mögen – was ist Scum eigentlich? Der Grund für die Schweigsamkeit der Entwickler ist der durchaus gesunkene Ruf der Open-World Sandbox Survivals, aus deren Reihe Scum herausragen möchte. „Gebt uns eine Chance.“ – das ist der zentrale Impuls, den Tomislav an die Spieler da draußen geben möchte. Das heißt nicht, dass man Scum blind kaufen, sondern es nicht bloß wegen des schlechten Rufs des Genres ablehnen sollte. Denn Gamepires möchten besser sein: sie möchten dem Open-World Survival eine vollkommen neue Spielerfahrung schenken.

Dazu soll es in Scum ebenso ausreichend Gelegenheiten und Motivation geben, sich in actiongeladene Gefechte zu begeben. Wie genau das geschehen soll, ist aktuell noch Top  Secret, aber die Entwickler sind von ihrem Plan überzeugt.

Die Show muss weiter gehen!

Zur Story: Scum spielt in einer nahen Zukunft, in der die Welt von Konzernen regiert wird. Eines dieser Unternehmen – TEC1 – beschließt, Straftäter im Rahmen einer großen Reality-Show gegeneinander antreten zu lassen. Dabei können sie ähnlich wie in den Hunger Games versuchen, die Gunst des Publikums in Form von Fame Points zu sammeln. (Fun Fact: Fettleibige Charaktere sind unterhaltsamer anzuschauen und erhalten dadurch mehr Fame Points.) Setting ist eine Insel, die nach einem Ereignis in der Vergangenheit von seinen Bewohnern verlassen und jetzt von TEC1 übernommen wurde. Die Story ist dabei nicht einfach an den Haaren herbeigezogen und im tatsächlichen Spiel unwichtig – im Game sollt ihr in der Lage sein, die Hintergründe zu dieser radikalen TV-Show zu entdecken, und möglicherweise sogar von der Insel zu entkommen.

Scum Map
Weite Flächen, dunkle Wälder: Die Karte von Scum ist 144 km² groß.

Gamepires planen Großes: Scum will als Open World Survival seine Spieler für lange Zeit unterhalten und stets neue Motivation wecken. Dafür schreckt das kleine kroatische Team nicht vor großen Herausforderungen wie der Behebung des Third-Person-Exploits oder Rendervorteilen über Langdistanz zurück. Aber noch sind viele Gameplay-Elemente nicht endgültig festgemacht, wie etwa der Grad des Base Buildings. Daher sind die Tech-Demos ein guter Anfang, um einen Eindruck von der kritischen Herangehensweise Gamepires‘ zu erhalten und mit Feedback Einfluss auf die Entwicklung zu nehmen – wie sich das Resultat dann aber tatsächlich spielen wird, werden wir erst mit den öffentlichen Tests sehen können. Unbeachtet abhaken sollte man dieses Open-World Sandbox aber sicher nicht.

Scum soll 2018 in die Early Access auf Steam starten.

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