Battlegrounds CS:GO

In PlayerUnknown’s Battlegrounds liefern sich heute weit über eine halbe Million Spieler gleichzeitig nervenaufreibende Schlachten im Battle Royale. Auf Twitch zeigen zahlreiche angehende Profis äußerst unterhaltsames Gameplay für ein wachsendes Publikum. Ganz nebenbei ändert sich die Bedeutung eines gewöhnlichen Küchenutensils für viele Spieler womöglich für immer. Zu alledem ist jetzt eine Schwelle genommen worden, die den Autor in emotionalen Aufruhr versetzt hat. Zeit für einen Kommentar.

PlayerUnknown’s Battlegrounds hängt CS:GO ab

Die verrückte Welt des Gamings hat immer wieder Überraschungen zu bieten. Einige kommen unerwartet – wie anno dazumal das Phänomen um den kopflosen Frontalangriff eines Leeroy Jenkins in WoW – andere werden in ihrer Tragweite und Bedeutungsträchtigkeit von manchem Publizierenden so lange verdrängt, bis sie Realität geworden sind. Der folgende Kommentar betrifft letzteren Fall.

PUBG VS CS:GO
Diese Zahlen lügen nicht: CS:GO immer öfter hinter PUBG bei den gleichzeitigen Spielern.

Der Battle Royaler der Stunde – PUBG – schickt den legendären Team-Shooter Counter-Strike: Global Offensive zwischenzeitlich auf den dritten Platz der meistgespielten Spiele auf Steam. Zwar bleibt CS bei den Spielerzahlen (noch) konstanter, aber dennoch ist das schon ein starkes Pfund. Schließlich sprechen wir von CS:GO – dem Enkel des Wegbereiters für modernes kompetitives Gaming. Kein Shooter-Franchise hat eine so lange bestehende Szene aus Veteranen der ersten Stunde. Kein Shooter-Franchise hat so hartnäckig treue Fans aus aller Herren Länder. Und kein Gaming-Franchise hat das Medium so weit über seinen Tellerrand hinaus in aller Munde gelegt. Weithin undifferenzierte politische Debatten um die Jahrtausendwende herum rückten Shooter – und mit ihnen das ganze Medium Games – zeitweise stark in den Fokus der breiten Öffentlichkeit. Bei Gamern wie Nicht-Gamern ist wohl kein Spieletitel bekannter als Counter-Strike.

CS:GO – Ein (früher) Nachruf

Counter-Strike wird von seinen Fans weltweit gefeiert als der puristischste skill-basierte Taktik-Shooter aller Zeiten. Für so manche wird es das spielgewordene Monument ihrer Midlife-Crisis werden. Und doch frisst es den Staub des relativen Neulings PUBG. Dieses wahnwitzig intensiven Battle Royales, das mit seiner nicht weniger kompetitiven Interpretation modernen Schießeuchtots ein verschlingendes Lauffeuer in der Szene gelegt hat. Und große Feuer sind hungrig – sie verbrennen womöglich den Sauerstoff für alte Flammen wie CS:GO.

CS:GO VS PUBG
Counter-Strike, ein Evergreen. Doch wie lange noch?

Für die Lebensdauer eines Feuers ist der richtige Brennstoff entscheidend. Im Falle PlayerUnknown’s Battlegrounds wirkt die Streaming-Plattform Twitch als Katalysator – über sie wird ein wachsendes Publikum mit einem schier endlosen Nachschub an Live-Matches versorgt. Wo wird das hinführen? Wie wird die Zukunft des kompetitiven Battle Royale aussehen?


Der Autor spielt Counter-Strike seit 1999 und wird nie die Kopfschmerzen vergessen, die nächtelanges Starren auf „strahlungsarme“ Röhrenmonitore verursachte. PUBG findet er auch gut.


Die Zukunft beginnt in Kürze

Jenen, welche nach dem Ende des Battle-Royale-Hypes fragen, sage ich: Er hat noch gar nicht richtig begonnen. Battlegrounds ist noch in der Alpha, und erst wenn das Spiel unter den disziplinierten Händen der koreanischen Spieleschmiede Bluehole fertig gestellt sein wird, beginnt die Zeitrechnung. Dann können wir das Rennen als gestartet betrachten. In diesem Wettlauf muss sich der einzige Titel oberhalb PUBG und CS:GO in der Liste der meistgespielten Steamspiele – Dota 2 – seine besten Laufschuhe anziehen.

PlayerUnknown's Battlegrounds
Da brennt die Hütte – Battlegrounds ist das Phänomen der Stunde.

Denn wenn bei PUBG mit 3D-Replays die Watchability weiter verbessert, mit möglichen E-Sport-Veranstaltungen die mediale Präsenz erhöht und mit Zombie-Modus, Modding-Support und damit einhergehenden weiteren Variationen von Battlegrounds eine (noch) größere Zielgruppe erreicht wird, dann werden wir die Zahlen bewerten können. Und spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten etablierte Shooter-Marken auch über Steam hinaus wirksame Strategien entwickelt haben, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Im Moment können wir die Rakete Battlegrounds auf den ersten Metern ihres Raumflugs beobachten. Wer schon jetzt staunend den Kopf in den Nacken legt, wird sich auf einen regelrechten Limbo einstellen müssen. Sofern nicht etwas völlig Unerwartetes eintritt, wird PlayerUnknown’s Battlegrounds mit seinem unwiderstehlich simplen Erfolgsmodell das kompetitive Gaming der Zukunft entscheidend mitgestalten. Jedoch dürfen die alten Knacker des Genres hoffen, auch weiterhin ihr verdientes Stück vom Kuchen abzubekommen. Vorausgesetzt, der harte Kern liebäugelt nicht mit dem Fremdgehen.

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