Planet Nomads - Sci-Fi Sandbox Survival

Das Sci-Fi-Survival Planet Nomads machte bislang nur auf Indie-Gaming-Sites von sich reden – zuletzt beim IndieDB-Voting „Upcoming Indie of the Year 2016“ (Platz 3). Mit einem dankenden Augenzwinkern gen Sean Murray wagen die Entwickler nun den nächsten Schritt: Das Early-Access-Programm von Steam, wo sie insbesondere Empyrion und Space Engineers die Stirn werden bieten müssen. Was genau haben die Tschechen von Craneballs den beiden Basebuilding-Giganten entgegenzusetzen?

Wenn uns (wieder mal) der Himmel schickt

Mit der vorliegenden Version 0.5.1 natürlich nicht allzu viel, doch grundsätzlich ist „Alpha Nomads“ für den EA-Start am 25. Mai präpariert. So bietet die prozedural generierte Sandbox bereits zwei Spielmodi, die euer Vorgehen nach einer planetaren Crash-Landung bestimmen: Der kreative Modus macht euch zum einsamen und bedürfnisfreien Bauherrn, der Survival-Modus erklärt euch folgenschwer zur biologischen Lebensform – inmitten einer extraterrestischen Nahrungskette.

Planet Nomads - Gut angekommen
„Da wären wir also. Hallo Planet! Wir kennen uns nicht, aber du darfst ruhig ‚Gestrandeter‘ zu mir sagen.“

Natürlich haben wir unser Hauptaugenmerk auf letztgenannte Variante gerichtet, die – ganz anders als im Ankündigungstrailer – von einer Absturzsequenz im Stile Subnauticas eingeleitet wird. Die freie Kamera erlaubt euch hier ein letztes Durchzählen eurer astronautischen Gliedmaßen, ehe ihr unter dem Geräuschchaos der Bordinstrumente sanft auf einem unbekannten Planeten landet. Ja, das ist richtig: Sanft. Wir gehen allerdings davon aus, dass es sich um eine nullnummernversionsbedingte Sanftlandung handelt, die später einer etwas trailergerechteren Version weichen wird.

Unten angekommen, blickt ihr nach dem Verlassen der Rettungskapsel auf kunterbunt angemalte Alien-Welten Marke No Man’s Sky, was in der Theorie sicherlich recht hübsch klingt. In der Praxis wird Craneballs‘ Künstlersektion aber noch alle Hände voll zu tun haben, wenn sie mit optisch starken Genre-Konkurrenten wie Osiris: New Dawn gleichziehen möchte. Besonders die Buschsträucher des namenlosen Planeten erinnern viel mehr an Mathematik als an natürlichen Pflanzenwuchs, aber fürs erste soll das mal in Ordnung gehen. Weitaus wichtiger ist, inwiefern der noch junge Planet seine irdischen Gäste zu bespaßen weiß.

Planet Nomads - Kampf
„Verschwinde hier, is‘ mein Revier“ – sprach das vierbeinige Alien und starb.

Viel bauen, wenig ballern

Die Entwickler selbst bezeichnen den Building-Aspekt von Planet Nomads als Grundstein des Spiels, wessen wir uneingeschränkt zustimmen wollen. Auf Planet Kunterbunt müsst ihr den Ärger nämlich sprichwörtlich suchen – nur in den allerseltensten Fällen kommt der Ärger zu euch. Wie ärgerlich? Vielleicht, aber irgendwo auch nicht verwunderlich. Denn vor Craneballs‘ (überraschender) Early-Access-Entscheidung verfügte Planet Nomads ausschließlich über einen Building-Modus.

Entsprechend dürfte die Population und Artenvielfalt im Survival-Modus noch deutlich zunehmen, was hoffentlich mit einer Überarbeitung des Waffen-Handlings sowie des Treffer-Feedbacks einhergehen wird. Aktuell fühlt es sich leider nicht allzu gut an, wenn die standesgemäße Lichtwumme eine angreifende Alien-Kreatur durchlasert. Dafür funktioniert das protagonistische Verdauungssystem schon einwandfrei, denn ja: der Planeten-Nomade muss stets reichlich essen und trinken.

Nun ist es natürlich fast schon überflüssig, zu erwähnen, dass das Base-Building ebenso prächtig funktioniert – immerhin tüftelt das Team seit mehr als zwei Jahren an eben dieser Kernkomponente. Trotzdem sprechen wir hier (noch) nicht von einer überkomplexen Building-Hölle für Ingenieur-Nerds, sondern von einem einfach zu erlernenden System, das selbst Baumuffeln den einen oder anderen Buggy entlocken dürfte. Erwähnte Nerds stimmt der gegenwärtig noch etwas limitierte Baukasten dennoch nicht allzu depressiv, denn sie können damit durchaus die Mad-Max-Variante des Tatra T815 zusammenhämmern. Und das recht komfortabel.

Die Zukunft

Craneballs zählen eindeutig nicht zu jenen Entwicklern, die ihr Projekt zu lebenslänglichem Early Access verurteilt haben. Sie stellen klar:

Während es unser Ziel ist, eine ganzheitliche Simulation eines Weltall gestrandeten Wissenschaftlers zu entwickeln, (…) möchten wir nicht, dass unsere Hingabe für dieses Projekt verschleißt. Es scheint uns richtig, (insgesamt) vier Jahre Herzblut in Planet Nomads zu investieren.

Demnach wird das Spiel für höchstens zwei Jahre in der EA-Phase bleiben; eine Veröffentlichung sei sogar schon nach einem Jahr denkbar. Wir sind gespannt, ob Craneballs‘ Vision innerhalb dieses Zeitraums uneingeschränkt zustande kommen wird. Immerhin lassen weitere Entwickleraussagen darauf schließen, dass Planet Nomads auch das All erobern will…

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