Niche – a genetics survival game aus dem Schweizer Stray Fawn Studio ist seit Herbst 2017 bei Steam erhältlich. Zu beginn des Story-Modus lernt ihr Adam kennen, eine kleine Giftzahn-Tiger-Raubkatze. Er muss von seiner Familie getrennt in einer Archipel-Region überleben. Noch im Tutorial trifft er Eve, ein Weibchen seiner Spezies. Im rundenbasierten Spielverlauf könnt ihr mit den beiden nacheinander verschiedene Inseln erkunden.

Niche - die kleine Familie auf der Start-Insel: Es gibt Nüsse und Beeren zu essen.
Niche – die kleine Familie auf der Start-Insel: Es gibt Nüsse und Beeren zu essen.

Das Individuum ist zweitrangig – zum Wohl des Rudels

Das Spielziel ist nicht, dass Adam und Eve überleben. Vielmehr geht es um das Überleben des Rudels, das die beiden gründen. Den eigenen Nachkommen gesellen sich weitere streunender Tiere hinzu. Da alle eine relativ kurze Lebensspanne haben, sterben sie nach und nach an Altersschwäche. Die nächste Generation übernimmt dann das Rudel. Außerdem können nicht immer alle Tiere mit zur nächsten Insel genommen werden. Der Weg führt über schmale natürliche Brücken. Oft stehen für den Wechsel der Insel nur begrenzte Plätze zur Verfügung.

Die Gene beherrschen – Vererbungslehre in der Praxis

Darwin und Mendel hätten vermutlich ihre Freude an dem Spiel. Eine Reihe von Genen beeinflussen das Aussehen und die Fähigkeiten der Tiere.

  • Tier A kann besonders effizient Nüsse und harte Schalen von Muscheln knacken. Es trägt aber die Bluterkrankheit in sich und sollte daher bei Kämpfen in der zweiten Reihe stehen.
  • Tier B kann gut schwimmen und angeln, aber weder das Gehör noch die Augen sind sonderlich gut ausgeprägt.
  • Tier C ist ein effizienter Jäger mit scharfen Klauen, ihm fällt die Fortpflanzung aber besonders schwer. Es kann viele Anläufe brauchen, bevor ein Nachkomme gezeugt ist.

Beim Paaren der Tiere vererben sich diese Eigenschaften an die Nachkommen weiter. Manche Gene sind rezessiv, werden also an Nachkommen vererbt, obwohl sie auf die Eltern keinerlei Auswirkungen haben. Andere Gene bilden ungünstige Kombinationen. Zwei Immunitäten gegen Krankheit B beispielsweise heben sich auf und das Tier ist gegen gar keine Krankheit mehr immun. Ziel ist es, für das Rudel eine genetische Nische zu finden, in der das Überleben sichergestellt ist.

Niche: Kirku hat Gene, die ihn gegen die Krankheit B und F immun machen können (ganz rechts). Durchgesetzt hat sich eine Immunität gegen B, so dass diese Krankheit ihm nichts anhaben kann.
Niche: Kirku hat Gene, die ihn gegen die Krankheit B und F immun machen können (ganz rechts). Durchgesetzt hat sich eine Immunität gegen B, so dass diese Krankheit ihm nichts anhaben kann.

Die Natur – eine Bedrohung tödlicher als die andere

  • Hunger: Tiere können Beute jagen oder Beeren, Wurzeln und Nüsse sammeln. Ihr legt fest, welche Tiere bei knappen Nahrungsvorräten bevorzugt werden. Wer zu lange nichts isst, stirbt.
  • Kälte: Wer ein dünnes Fell hat, friert schneller. Dasselbe gilt für Tiere, die lange im Wasser stehen. Wer sich nachts in einer Gruppe zusammenkuschelt, bekommt hingegen einen Wärmebonus.
  • Krankheit: Wenn es zu kalt ist oder Tiere sich bei anderen anstecken, werden sie krank – sofern sie gegen den Erreger nicht immun sind. Wenn ihr nicht aufpasst, rafft eine Seuche euch das halbe Rudel dahin.
  • Fressfeinde: Es streifen nicht nur Tiere durch die Gegend, die ihr ins Rudel aufnehmen könnt, sondern auch üble Zeitgenossen. Gegen die helfen nur scharfe Klauen. Ihre Jungen könnt ihr eventuell noch mit Futter gefügig machen.
  • Gift, Parasiten und Co: Fehlendes Nistmaterial, fiese Blutegel, unerwartete Steppenbrände und giftige Früchte… die Liste der tödlichen Gefahren lässt sich schier endlos fortsetzen.

Niche kann unerwartet brutal sein.

Das Prinzip „survival of the fittest“ ist tief im Spiel verankert. Wer zu schwach oder zu schlecht angepasst ist, hat nur eine Chance, wenn andere ihn durchfüttern. Und nicht immer kann sich das Rudel diese soziale Ader leisten. Diese moralischen Entscheidungen trefft ihr als Spieler. Fällt ein Tier der Gemeinschaft zur Last? Ist es krank und damit eine Gefahr für alle, die ihm zu nahe kommen? Dann könnt ihr es aus dem Rudel ausschließen – oder beim Wechsel der Insel zum Sterben zurücklassen.

Auch Tiere, denen ihr auf der Insel begegnet, werdet ihr vermutlich danach beurteilen, ob ihre genetischen Anlagen eurem Rudel einen Vorteil bringen. Manchmal entscheidet auch schlicht weg das Geschlecht. Braucht ihr gerade ein Männchen oder eher ein Weibchen? Und wenn ihr ein Tier nicht im Rudel haben wollt, was dann? Wenn ihr es ignoriert, frisst es euch vielleicht die Vorräte weg. Greift ihr es an, könnte es jemanden verletzen. Eine mögliche Strategie ist, viele Nachkommen zu zeugen und dann zu selektieren. Nur die Stärksten mit den besten genetischen Anlagen für die Zukunft dürfen weiter leben. Aber ist das moralisch tragbar?

Niche: Ein Fremder! Bekämpft ihr ihn? Oder trägt er wertvolles Genmaterial in sich und ihr nehmt ihn besser ins Rudel auf?
Ein Fremder! Bekämpft ihr ihn? Oder trägt er wertvolles Genmaterial in sich und ihr nehmt ihn besser ins Rudel auf?

Niche ist für 17.99€ auf Steam erhältlich und gehört mit seinen 92% positiven Bewertungen zu den TOP-Titeln im Survival-Genre. Definitiv einen Blick Wert.

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