H1Z1 bann wegen schlechter Verbindung

Der Internetausbau in Deutschland geht weiterhin schleichend voran. Viele Spieler müssen sich somit immer noch mit miserablen Verbindungen in Online-Spielen halten – zum Leiden ihrer Gegenspieler und zu ihrem eigenen. Und als ob dies nicht reichen würde, holen einige Titel nun dazu aus, diesen Spielern ihr Erlebnis komplett zu ruinieren. Bestrafung durch das Game für schlechtes Internet – kann das noch fair sein?

Fallbeispiel H1Z1: KotK

Beim Battle Royal-Ableger H1Z1: King of the Kill, soll schon sehr bald eine Mechanik implementiert werden, die Spieler mit schlechtem Ping in ihrem Spiel behindert. Dies soll Waffenfunktionen und Bewegungsfähigkeit betreffen. In extremen Fällen werden Spieler auch aus ihren Fahrzeugen geworfen. Mit dieser Neuerung wird das Spielerlebnis für Leute mit schlechter Verbindung – die also sowieso bereits unter starken Lags leiden – noch stärker eingeschränkt. Vielleicht sogar bis zu einem Punkt, an dem man den Titel nicht mehr spielen kann.

Ein ähnliches Prinzip kennt man bereits aus dem Shooter-Genre, wo in diversen Matchmakings ein zu häufiges Trennen der Verbindung mit Time-Banns geahndet wird. All dies richtet sich zwar vom Sinn her gegen eine kleine Gruppe von Ragequittern und Exploitern, aber betrifft einen weitaus größeren Kreis aus Personen, die einfach nur eine schlechte Internetverbindung besitzen.

Balance oder Ausdünnung der Spielerschaft?

Nun muss ein Spieler mit schlechtem Internet also mit folgenden Problemen klarkommen:

  1. Durch Verzögerungen im Spiel leidet mein Spielerlebnis.
  2. Das Spiel beschränkt meine Handlungsmöglichkeiten, das Spielerlebnis leidet weiter.
  3. Ich habe möglicherweise Disconnects, die mich aus dem Spiel werfen.
  4. Ich werde für diese Disconnects zusätzlich vom Spiel mit einem Timebann bestraft.

Lohnt es sich dann noch, ein solches Spiel zu spielen? Nein. Man sieht, dass der Spieler für jeden Punkt, unter dem er bereits leidet, inzwischen noch einmal durch das Spiel bestraft wird. So wird es verständlich sein, wenn viele Spieler mit schlechten Verbindungen das Spiel hinschmeißen. Kann dies vielleicht ein bewusstes Ziel sein? In dem Moment, in dem der Spieler merkt, dass seine Verbindung zu schlecht ist, hat er den Titel ja bereits erworben. So wird die Spielerschaft nach und nach ausgesiebt, sodass nur noch Spieler mit guter Verbindung ungestört spielen können. Dies sorgt für eine zufriedene Minderheit gegenüber einer enttäuschten Masse.

Denn es kann jeden treffen – Ob es Spieler in ländlichen Gebieten sind, Menschen mit einer variierenden Auslastung aufgrund von Mitbewohnern, oder ein anderer Grund. All dies kann durch die zusätzliche Spielerbestrafung dafür sorgen, dass euer Lieblingsspiel von einem Tag auf den anderen unspielbar wird.

Fazit

Der Gedanke, dass Spieler mit einer guten Verbindung nicht leiden sollen, ist gut. Aber ist es dafür fair, Spielern, die bereits mit einer schlechten Verbindung zu kämpfen haben, das Spiel komplett zu ruinieren? Nicht jeder hat Glasfaser ins Haus. Wir können nicht auch noch in unseren Videospielen eine Klassentrennung durchführen.

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