Man-of-Medan-review

Der erste Teil der Dark Picture Anthology Man of Medan erscheint bereits heute zum 30. August. Unser Autor Sascha konnte bereits zocken und sagt dir, was er vom Horror-Titel hält.

Supermassive Games haben uns mit der Dark Picture Anthology drei filmreife Spiele versprochen, die an Until Dawn heranreichen sollen. Drei Geschichten, die jeweils ein anderes Subgenre des Horrors behandeln. Man of Medan macht den Anfang und ich war sehr gespannt, wie sich der Teil spielen lässt. Nach etwa 5 Stunden bin ich mit dem ersten Rundgang durch. Was ich vom Spiel halte, sag ich euch jetzt.

In der Kürze liegt die Würze? Das haben sich wohl die Entwickler von Supermassive Games gedacht, als sie die Story von Man of Medan geschrieben haben. Ein Boots-Trip unter jungen Erwachsenen endet mit dem Zusammentreffen eines vermeintlichen Geisterschiffs. Dass dort nicht alles so abläuft, wie die Charaktere es gerne hätten, wird schnell klar. Die Story ist also schon einmal schnell erklärt und genauso schnell ist der Spielspaß auch vorbei.

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Noch ist alles Super.

Nach etwa 5 Stunden war ich mit dem Spielen durch. Spannend war es trotzdem und gerade durch die Kürze war ich in der Lage, es an einem Stück ohne Pause durchzuspielen. Das trägt ungemein zur Atmosphäre bei. Zugegeben, ich habe nicht alle Sammelobjekte gefunden, aber das schafft man auch nicht bei nur einem Rundgang.

Du entscheidest über Leben und Tod: Jede Entscheidung beeinflusst den Spielverlauf und kann den Tod eines jeden Charakters bedeuten. Je eher sie sterben, desto schneller ist das Spiel beendet. Insgesamt soll es 69 Todesszenen geben! Genug Stoff also, um sich viele Male ins Abenteuer zu stürzen.

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Wenn du nicht so Enden willst, wie dieser Kamerad hier, musst du doch konzentrieren.

In meinem Playthrough kam eine Person ums Leben. Dabei sterben sie nicht nur durch das fehlerhafte Ausführen der Quicktime-Events, sondern auch durch falsche Entscheidungen in Konversationen. Die Tode sind auch durch das Laden des Spielstandes nicht rückgängig zu machen. Wer stirbt, bleibt tot!

Beweg dich doch mal! Auch wenn Man of Medan eine spannende Geschichte erzählt, ist es nicht frei von Fehlern. Ich habe zwar am PC gezockt, jedoch einen Xbox One Controller benutzt. Die Steuerung ist mit Controller und der Tastatur einfach und die Quicktime-Events schaffbar.

Das einzige Manko ist die Bewegung der Charaktere an sich. Nicht immer sind sie dort hingelaufen, wo ich sie haben wollte. Immer wieder musste ich mich um ein Objekt herum bewegen, bis endlich das Symbol zur Interaktion auftauchte. Das stört den Spielfluss gewaltig.

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Die Kamera ist immer auf einen festen Punkt fixiert. Das macht das Laufen umso ungemütlicher.

Auch der Unterschied zwischen normal Gehen und schneller laufen ist kaum spürbar. Alle dümpeln gemütlich durch das Geisterschiff. Man merkt ihnen nicht an, dass sie Angst haben und schnell fortwollen.

Mein Fazit: Ich finde Man of Medan hat einen eher moderaten Start hingelegt. Klar hat es mir Spaß gemacht. Und auch wenn die 5 Stunden Spielzeit gereicht haben, um es an einem Stück durchzuspielen, hätte ich mir eine längere Geschichte erhofft.

Die Story ist spannend geschrieben und bietet, ähnlich wie in Until Dawn, einen kleinen Twist – gerne mehr davon! Die Charaktere sind jedoch ziemlich Flach und können nicht überzeugen. Sie sind mir nicht ans Herz gewachsen und ihr Tod war mir egal. Das Einzige, was mich dazu gebracht hat, alle am Leben halten zu wollen, ist mein Ehrgeiz.

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Atmosphärisch ist Man of Medan echt super! :)

Und auch wenn das jetzt nach viel negativer Kritik aussieht, spiele ich den Titel gerne noch mal und kann ihn Horror- und Until Dawn Fans empfehlen. Playmassive Games muss jetzt aber beweisen, dass sie das Feedback im zweiten Teil umsetzen, und zu ihren Stärken zurückkehren.

Wie es weiter geht, wurde uns bereits angeteasert:

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