Inner Chains review

Das Horror-Shooter-Adventure Inner Chains von Telepaths Tree ist seit gestern erhältlich und lädt uns in eine surreale Welt ein. Die visuell beeindruckenden Trailer und Screenshots lassen jedes H.R. Giger Fanherz höher schlagen, doch auf Steam hagelt es negative Kritik. Wir haben uns Inner Chains selbst angesehen und sagen euch, was ihr erwarten könnt.

Die Welt stirbt, wir müssen weg

Als namenloser Einwohner eines sterbenden Planeten in ferner Zukunft starten wir unser Abenteuer mit einer kleinen Pilgerfahrt. Die Natur hat sich vieles zurückerobert und ist mit den Maschinen eine Symbiose eingegangen – biomechanische Kreaturen sind im Laufe der Jahre entstanden und die Menschheit neigt noch immer zu grundlegenden sozialen Problemen wie Glaube, Dominanz, Unterdrückung und Manipulation.

Inner Chains Pilgerreise
Auf unserer Reise begegnen wir vielen Menschen.

Am Ende der Pilgerfahrt wird uns jedoch bewusst, dass etwas falsch ist und wir wenden uns von der herrschenden Kaste ab. Unser einziges Ziel ist es jetzt, einen mystischen Ort zu erreichen – die „Letzte Hoffnung“. Ab sofort ist alles feindlich, egal ob Mensch, Tier oder biomechanische Pflanzen – doch eine Waffe zur Verteidigung ist schnell gefunden.

Die Story von Inner Chains ist nur schwer zu verstehen, da sie im Spiel selbst kaum vorhanden ist. Immer wieder finden wir Wandbilder mit verschiedenen Texten, die wir jedoch nicht lesen können. Erst im späteren Spielverlauf wird uns die Sprache bewusst – die Texte selbst beinhalten aber eher belanglose Informationen zur Religion der Kaste.

Inner Chains Text
Wir müssen erst noch die Sprache lernen.

Die Ödnis von Inner Chains

Inner Chains ist ein Horror-Shooter-Adventure und verspricht „spannende Action, kombiniert mit intensiven Schreckelementen“. Diese Versprechen werden aber keineswegs eingehalten. Das Gameplay ist schlichtweg Öde: In den Rund fünf Stunden Spielzeit laufen wir gemütlich durch die schlauchigen Level, legen hin und wieder einen Schalter um, damit sich die magnetischen Wände abschalten, und bekämpfen die wenigen Gegner.

Inner Chains knopf
Ein Schalter. Drücken wir ihn, öffnet sich in der Nähe ein Durchgang.

Im Laufe des Spiels treffen wir auf drei verschiedene menschliche Feinde. Die zombieartigen, langsamen „Opfer“ können wir schnell erledigen, sie stellen absolut keine Gefahr dar – wir sind oftmals auch einfach an ihnen vorbei spaziert. Dann gibt es Anhänger der herrschenden Kaste, die entweder mit pfeilartigen Geschossen oder mit ihrer Elektroschock-Waffe auf uns schießen. Auch hier eignet sich unser Elektroschocker sehr gut, um die Feinde zu grillen. Sobald wir im Besitz der dritten Schusswaffe waren, benötigten wir lediglich einen Schuss, um ihnen den Garaus zu machen.

Inner Chains Boss
Ja, einen Boss gibt es auch.

Die dritte Gegnerart ist da schon etwas härter – ein großer, kräftiger Anhänger der Kaste, bewaffnet mit einem Flammenwerfer. Hier reicht jedoch auch ein gut gezielter Schuss auf den Tank und er explodiert – spannende Action sieht anders aus. Auch der Bossgegner, auf den wir jetzt nicht näher eingehen werden, ist eine der langweiligsten Begegnungen, die wir in letzter Zeit gesehen haben. Eine hundeartige Kreatur sorgt für etwas Nervenkitzel, sie ist aber ebenfalls schnell besiegt und kommt dazu selten vor.

Positiv hervorzuheben sind all die biomechanischen Pflanzen, die in der ganzen Welt wachsen. Sie sind leicht zu umgehen und bieten für uns keine nennenswerte Gefahr, jedoch macht es Spaß, unsere Feinde in ihre Nähe zu locken und dabei zuzusehen, wie sie erstochen, gegrillt oder verspeist werden.

An „Aufladestationen“ können wir nicht nur unsere Munition aufladen, sondern erhalten auch Lebenspunkte zurück. Lebenspunkte und Munition gibt es also zu Hauf. Um in Inner Chains zu speichern, müssen wir einen Checkpoint erreichen. Die sind auch kaum zu übersehen, denn sie leuchten grell, sobald wir sie „erwecken“.

Eine hübsche, groteske Welt

Inner Chains mag im Gameplay stark schwächeln, kann aber mit seiner hübschen Welt punkten. Die surrealen Gebiete erinnern an die Werke von H.R. Giger und häufig erwischen wir uns dabei, wie wir in die Ferne schauen und uns die biomechanischen Gerätschaften, die großen Türme und die sterbende Welt ansehen. Telepaths Tree hat hier eine wirklich beeindruckende Kulisse geschaffen.

Atmosphärischer Sound? Fast.

Hintergrundmusik und Soundeffekte sind in Horrorspielen sehr wichtig und sorgen für die nötige Gruselstimmung. Inner Chains ist hier keine Ausnahme und so sorgt die musikalische Untermalung für eine solide Grundstimmung. Die einzelnen Soundeffekte hingegen wirken zum Großteil deplatziert, sie sind stellenweise nicht vorhanden oder noch verbuggt. So konnten wir den letzten Bossgegner nur dann schreien hören, wenn wir direkt an ihm dranstanden – und das ist kein Einzelfall. Wenn die Soundeffekte nicht mit dem Rest des Spiels harmonieren, zerstört es die Atmosphäre und raubt einem Horrorspiel eines seiner wichtigsten Elemente.

Fazit

Wir waren gespannt darauf, wie Inner Chains wird – schon die ersten Infos, Screenshots und Trailer haben unsere Erwartungen hochgeschraubt. Umso tiefer sind wir dann gefallen, als der visuell ansprechende Horror-Titel mit ödem Gameplay, einer zu einfachen Gegner-KI und fehlerhaften Sounds auf den Markt kam. Die Entwickler haben sich große Mühe gegeben, ihr Spiel mit einem atemberaubenden Artstil zu kreieren – es fühlt sich aber so an, als ob sie für das Gameplay sowie den Sound des Spiels, einfach keine Zeit mehr hatten. Hier können wir leider keine Empfehlung aussprechen.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Story
5
Grafik
8
Sound
5
Gameplay
2
Fun
3
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Sascha ist seit vielen Jahren leidenschaftlicher Zocker, dabei haben ihn Survival Spiele schon immer interessiert. Neben der Leitung von Survivethis zockt Sascha auch gerne ein paar Runden mit Freunden oder fährt zur Entspannung mit dem Motorrad.

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