Zu Teil 1

Sascha ging ein paar Schritte vor Benny und mir und schaute sich alle paar Sekunden nach links und rechts um.

Was glaubst du, was die da entdeckt haben?“, fragte ich, während ich stur nach vorne schaute. Keinesfalls wollte ich, dass Benny die Sorgen in meinem Gesicht sehen kann.

Keine Ahnung aber es scheint ernst zu sein. Ich meine meine Eltern hatten mich schon darüber informiert, dass so ein Fall irgendwann eintreten kann aber da rechnet man doch nicht mit!“, Benny antwortete ruhig und ich bemerkte, dass auch er sich anstrengte, nicht zu mir zu sehen.

Kommt ihr mal?!“, Sascha war inzwischen um eine Ecke gebogen und aus dem Sichtbereich verschwunden.

Benny und ich kamen um die Ecke und sahen Sascha vor einem schwarzen Auto stehen. Das Fabrikant kannte ich nicht, ich hatte mich nie mit Autos besonders beschäftigt. Benny dagegen fiel fast der Unterkiefer auf den Boden und als er mit Ausrufen wie „Wooah“ und „Wo hast du denn das geklaut?“ auf das Auto und Sascha zulief war auch mir klar, dass das Fahrzeug etwas besonderes sein musste.

Hat mein Dad sich erst kürzlich zugelegt, der killt mich wenn was passiert!

Was soll denn passieren? Du hast gesagt, wir fahren einfach nach Russland, das ist doch nicht gefährlich?“, meine Stimme zitterte und das hasste ich in diesem Moment, ich wollte nicht als jemand dastehen, der Angst hat.

Klappt schon alles, nicht wahr?“, Benny grinste mich an, er hatte das Zittern bemerkt. „Im Nu sind wir wieder bei unseren Familien.“.

Achja, jetzt fiel es mir auch ein. „Was ist mit meinen Eltern? Weißt du was Sascha?

Keine Sorge! Die sitzen zusammen mit unseren Eltern schon längst in irgendeinem Konvoi nach Russland dafür habe ich gesorgt, mein Dad kann mir nichts abschlagen, weißte doch.“, Sascha schaute mich tief an und irgendwas in seiner Stimme beruhigte mich.

Dann los!“, ich versuchte so ruhig zu klingen wie es nur ging.

Benny saß schon lange auf dem Beifahrersitz und ich nahm hinter ihm Platz während Sascha sich gerade hinter das Lenkrad klemmte. Das Auto war eine Art SUV und hatte viele Bequemlichkeiten. So hatte ich selbst hinten eine Menge Beinfreiheit und sogar einen Massagesitz erwischt, den ich nach schmerzhaften fünf Minuten allerdings wieder ausstellte.

Bitte schnallen sie sich an, wir werden in Kürze abheben!“, Sascha gab sich die größte Mühe die Stimmung aufzulockern, gelingen tat es ihm nur teilweise.

Vor 30 Minuten war die Welt noch heil und alles normal gewesen un jetzt saß ich mit meinen besten drei Freunden in einem SUV auf dem Weg nach Russland um vor einem Virus zu fliehen – Verrückt wie das Leben spielt.

Sascha lenkte den SUV auf eine größere Straße und fuhr Richtung Grenze. Bald erreichten wir die Autobahn und da es eine lange Fahrt werden würde, fuhr ich den Sitz zurück, dass ich fast lag und versuchte zu schlafen. Das rythmische Rollen über den Asphalt und die leise Musik aus dem Radio machten es mir leichter und so dauerte es kaum 15 Minuten bis ich tief und fest schlief.

Ich wachte ruckartig auf, als eine laute und überaus nervtötende Stimme aus den Lautsprechern im Auto sprach, Sascha hatte auf einem Rastplatz geparkt und Benny und er saßen vorgebeugt auf ihren Sitzen und lauschten der Radiosendung, die sie lauter gedreht hatten.

Ein Virus breitet sich weltweit aus, ein Ort wo alles begann konnte noch nicht festgelegt werden. Das Virus ist vermutlich agressiv mutiert und überaus ansteckend. Die Weltgesundheitsorganisation hat bereits erste Schritte eingeleitet und mehrere Forscher zeigen sich zuversichtlich, dass alles schnell vorbei sein wird. Erste Todesopfer forderte das Virus schon in Alaska und Thailand auch in Deutschland, Belgien und Russland soll es schwere Fälle geben. Das Virus breitet sich mit einer erschreckenden Gexchwindigkeit aus und bisher gibt es keine Heilmittel. Übertragen wird das Virus durch direkten Kontakt mit Menschen sowie den Austausch oder das in Berührung kommen mit Körperflüssigkeiten von Infizierten. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt zuhause zu bleiben oder sich direkt in eines der ausgeschilderten Camps zu begeben.

Die Nachricht endete und begann nach einem fünfsekündigen Pfeiffton erneut – eine Aufnahme.

Von wann ist das wohl?“, noch ziemlich verschlafen stellte ich die Frage und erwartete keine vernünftige Antwort.

Keine Ahnung“ und „Ich auch nicht“ war alles was ich zurückbekam.

Wo sind wir mittlerweile eigentlich und warum haben wir angehalten?“, mittlerweile war ich etwas wacher geworden.

Du hast gute 6 Stunden geschlafen, wir sind schon in Russland und haben noch etwa 2 Stunden Fahrt bis zum Camp, angehalten haben wir nur, weil wir Hunger hatten, Vorräte sind im Kofferraum.“, Sascha sprach in Richtung der Windschuzscheibe.

Schmeckt gar nicht so übel“, Benny sprach mit dem Mund voller Croissant: „Sascha kann die nicht gemacht haben“, wir mussten lachen.

Habt ihr auch was für mich?“, mittlerweile merkte ich ebenfalls meinen Magen.

Sorry, musst kurz nach hinten und dir selbst was holen! Bring die Tasche am besten gleich mit, dann müssen wir nicht nochmal anhalten.“, sagte Benny mit noch immer vollem Mund.

Auch wenn ich keine Lust hatte aber ich öffnete die rechte Tür und stieg aus dem Wagen aus, um nach hinten zum Kofferraum zu gehen. Sascha hatte den Wagen auf einem einzelnen Parkplatz abgestellt. Links und rechts vom Fahrzeug waren Büsche, die gut und gern 3 Meter hoch und 1 Meter breit waren, hier wurde lange nicht mehr nachgeschnitten. Ich öffnete den Kofferraum und griff die schwarze Trainingstasche, die zentral hinten im Fahrzeug lag. Ich schmiss die Kofferraumklappe zu, die Scheiben waren tiefschwarz getönt. Mit einem satten „Klick“ fiel die Klappe ins Schloss. Sekunden später vernahm ich ein zweites metallenes Klicken und drehte mich um.
Ich blickte in den Lauf einer Pistole, gehalten von einem großen, muskulösen Mann mit Dreitagebart.

Ein Wort oder eine Bewegung und ich blas dir den Kopf weg!

Zu Teil 3

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.