Friday The 13th Interview

Der Gore-Survival-Titel Friday the 13th hat trotz holprigen Starts bereits 1,8 Millionen Kopien verkauft. Im Interview mit gamesindustry.biz äußert sich Gun Medias Wes Keltner unmaskiert zu den Launch-Problemen, der veränderten Medienlandschaft sowie der Zukunft von F13. Soviel sei verraten: bald könnt ihr mit einigen Neuerungen für den Horror-Slasher rechnen.

Von der Spielerwelle kalt erwischt

Das vom kleinen Indie-Entwickler illfonic realisierte Horror-Survival-Spiel Friday the 13th hatte mit massiven Launch-Problemen zu kämpfen. Allem voran hielten die Server dem Spieleransturm nicht stand – die Community zeigte sich enttäuscht und warf den Entwicklern mangelnde Vorbereitung vor. Das war zum Teil auch treffend, wie Co-Produzent Wes Keltner jetzt im Interview mit gamesindustry.biz eingestand.

„Wir schauten uns die Beta-Spielerzahlen, plus Vorbesteller und rechneten 30 Prozent Polster ein.“ erzählte Keltner. „Darauf haben wir unsere Server und Database eingerichtet. Nun, wir lagen so dermaßen falsch.“ Ganze 100.000 Spieler strömten schon binnen 20 Minuten nach Launch auf die Server, welche unter der unerwarteten Last natürlich zusammenbrachen. Auf Steam hagelte es schlechte Bewertungen.

F13 Interview
Jason möchte herein kommen, die Dame links im Bild möchte das nicht.

„Das erste Wochenende war Chaos. Das ganze Team übernachtete an seinen Schreibtischen beim Versuch, mit den anfallenden Aufgaben Schritt zu halten. Diese Erfahrung werden wir nie vergessen.“

Das kleine Budget erlaubte es den Entwicklern nicht, großangelegte Qualitätssicherungsmaßnahmen durchzuführen. Ohne genaue Zahlen zu nennen, erklärt Keltner, dass für die gesamte Realisierung von Friday the 13th die Hälfte des Geldes, das AAA-Produzenten nur für die Animationen investierten, ausreichen musste. Die finanziellen Probleme gehören nun natürlich der Vergangenheit an und man investiere bereits große Teile der Einnahmen in die Entwicklung neuen Contents sowie die dringend benötigte Server-Infrastruktur.

„Vor fünf Jahren hätten Entwickler Fake-Rezensenten angeheuert, um eine gute Metacritic zu erzielen. Heute fragt man in extra Sitzungen das gesamte Team: ‚Streamt unser Spiel gut?'“

Im späteren Verlauf des Launchs trat zudem ein unerklärlicher Speicherverlust auf, der erst bei steigender Spielerzahl offensichtlich wurde. Vorläufig wurde ein Patch aufgespielt, der das Problem aber nicht völlig beheben kann. Aktuell arbeite man mit Microsoft und Epic Games (UE4) unter Hochdruck an einer Lösung.

Kleines Team, große Aufgabe

Gun-Media-Chef Wes Keltner hebt hervor, dass für die Entwicklung von Friday the 13th ein gerade mal 30 Köpfe großes Team zur Verfügung steht. Die daraus entstehende Intimität bewertet Keltner positiv, nicht zuletzt weil die interne Kommunikation in kleinen Teams weitaus besser funktioniere, als in 300 Mann starken Projekten.

Friday The 13th Launch probleme
Jetzt bloß keine Patzer mehr, Jason guckt zu!

Veränderte Medienlandschaft gereicht F13 zum Vorteil

Während vor einigen Jahren Bewertungsplattformen wie Metacritic noch Macht und Einfluss auf das Kaufverhalten von Konsumenten ausübten, sieht das heutzutage oftmals anders aus. Mit einer Metascore von nur 61 Prozent für die PC-Version (basierend auf 22 Presse-Wertungen) sowie einer User-Wertung von 5.8 liegt Friday the 13th zwar nicht gerade im Spitzenbereich. Trotzdem laufen die Verkäufe mit derzeit 1,8 Millionen verkauften Exemplaren blendend.

„Die Metacritic Score war einst der Lebensnerv von Spielen – heute liegen die Dinge anders.“

Keltner sieht für das veränderte Entscheidungsfindungs- und Konsumverhalten zwei Dinge als treibende Faktoren. Das Early-Access-Modell sowie Content-Creator wie Youtuber und Streamer. Laut Keltner seien gesammelte Bewertungen professioneller Kritiker für junge Käufer weniger relevant als die Einschätzungen von Einzelpersonen, denen persönliches Vertrauen entgegengebracht wird.

Die negativen Reviews von F13 sowohl bei Steam als auch auf Metacritic beruhten zum Großteil auf schlechter Performance und Server-Problemen, nicht etwa auf Gameplay-Schwächen.

F13 Gameplay Jason Vorhees
Jason Vorhees bei der „Arbeit“ – das Gameplay funktioniert erschreckend gut.

Auch das Erstarken einer gewissen 80er-Jahre-Nostalgie dürfte Friday the 13th zum Erfolg verholfen haben. Die populäre Netflix-Serie Stranger Things könnte auch einem jüngeren Publikum Appetit auf die Slasher-Filme um den psychotischen Massenmörder Jason Vorhees gemacht haben. Seit den frühen 80ern hat das F13-Franchise in zahlreichen Auflagen ein großes Publikum das Fürchten gelehrt.

Wo es hingeht – die Zukunft von Friday The 13th

Mit den rekordverdächtigen Verkaufszahlen ist genügend Geld in die Kassen gespült worden, um Friday the 13th langfristig mit neuem Content zu versorgen sowie nötige Optimierungen vorzunehmen.

„Unsere erste Priorität ist die Stabilität sowie Bugfixing. Dafür haben wir unser Team fast verdoppelt. Aber auch unser Art- und Content-Team hat nun mehr Luft, um frische Inhalte zu entwickeln. Es stehen neue Maps, Charaktere, Easter Eggs und anderer großartige Dinge auf der Agenda.“

Vieles vom neuen Content entsteht in Zusammenarbeit mit der Community und Wes Keltner ist optimistisch, dass die F13-Fans sehr zufrieden sein werden. Darüber hinaus sind auch einige Überraschungen in Planung, ihr dürft also gespannt sein.

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