FarCry Primal Titel


Im Test: Die Windows-Version


Ubisoft veröffentlichte Ende Februar mit Far Cry Primal den fünften Teil der erfolgreichen Far Cry Reihe. Der französische Publisher setzt uns damit den Gefahren der Steinzeit – 12 000 Jahre in der Vergangenheit – aus. Wir stürzen uns für euch in das Land Oros, in dem wir uns nicht an der Spitze der Nahrungskette wiederfinden.

Kampf gegen die Natur?

In der Rolle von Takkar, einem Jäger des Wenja-Stammes, sind wir seit einigen Sonnen mit unserer Gruppe unterwegs, um das Land Oros zu finden. Mit Keulen und Speeren ausgerüstet beginnt unser Abenteuer.

Die Sammlerin Sayla, ebenfalls Angehörige der Wenja, bittet uns um Hilfe, denn die Wenja haben in Oros keinen leichten Stand. Die rivalisierenden Clans der Udam und Izila haben sie nahezu ausradiert und so ist es unsere Aufgabe, die über das Land verteilten Wenja neu zu sammeln und den Stamm wieder auf die Beine zu bringen. Sayla ist von den kannibalistischen Udam so besessen, dass sie ihre Ohren sammelt. Nur ein Vorgeschmack auf viele skurrile Figuren, die alle ihre Eigenheiten mit sich bringen.
Wir stehen nun frei inmitten von Oros und können gehen, wohin wir wollen. Durch das Jagen, Sammeln und den Ausbau des Dorfes werden wir stärker – und vom Gejagten zum Jäger!

Werde der Bestienmeister

Nach einem ersten Gespräch mit dem Schamanen der Wenjas stellt sich heraus, dass wir der Bestienmeister sind und die Fähigkeit besitzen, uns mit Tiergeistern zu verbinden.
Angefangen mit der Eule, die uns von nun an zur Seite steht, geht es weiter mit einem Wolf, welcher unser erster vollwertiger Begleiter sein wird – danach steht uns ein beträchtlicher Teil der Tierwelt von Oros offen. Wir können bis zu 14 verschiedene Bestien frei zähmen, 3 weitere erhalten wir durch das Abschließen sogenannter Meisterjagd-Quests. Jeder Begleiter verhält sich hierbei individuell. Während der gezähmte Wolf still und leise an deiner Seite bleibt, poltert der Höhlenbär gerne einmal drauf los. Vor allem die Säbelzahntiger – die schnellsten Bestien in Oros – sind nützlich, da wir auf diesen reiten können und so schneller von A nach B kommen.

Die Wildnis von Oros

Das Interessanteste an der neuen Umgebung ist mit Abstand die Tierwelt. Trifft man am Anfang noch vermehrt auf Rehe und Ziegen, lässt auch die erste Begegnung mit Jaguaren und Säbelzahntigern nicht lange auf sich warten.
Untereinander fürchten die kleineren Tiere die größeren, und die größeren neigen häufiger zum Angriff. Unser Begleiter muss sich nur einmal zu weit von uns entfernen, schon nutzt eine Gruppe Wölfe ihre Chance zum Angriff. Wir pfeifen, Augenblicke später springt unser schwarzer Löwe aus dem Gebüsch und knurrt die Wölfe an, welche die Flucht ergreifen – gerade noch mal gut gegangen.

Wo viele Tiere instinktiv die Flucht ergreifen, verspüren die Menschen keine Furcht und stürzen sich todesmutig in jeden Kampf. Die feindlichen Stammeskrieger variieren in Stärke der Rüstung und Bewaffnung. Taktisch bringen sie leider vergleichsweise wenig Raffinesse mit sich – man fokussiert sich auf stumpfe Angriffe, sowie das Rufen von Verstärkung.

Wenn man nach einem Kampf gegen eine feindliche Jagdgruppe oder ein Rudel Wölfe einmal Zeit zum verschnaufen findet, kann man die Schönheit der Landschaft von Oros genießen. Diese ist nämlich – wie aus der bereits bewährten Far Cry “Dunia 2-Engine” gewohnt – großartig anzusehen. Egal ob im Dickicht der Wälder, den saftig grünen Tälern oder in der eisigen Tundra, die Natur überzeugt uns in allen Bereichen.

Waffen, Crafting und Skillsystem

Um im Land von Oros nicht unterzugehen, rüsten wir uns mit allerlei Waffen aus, ob es der Bogen ist, die Keule oder der Speer – in Takkar´s Händen wird alles zu einer tödlichen Gefahr.

Doch nicht alle Utensilien sind von Beginn an verfügbar. Jede einzelne will gelernt und gemeistert werden. So bauen wir uns nach dem Freischalten die erste Keule und können diese im Laufe des Spiels verbessern – die nötigen Ressourcen sammeln wir fleißig in der großen Spielwelt von Far Cry Primal. Das dazugehörige Craftingsystem bietet uns einige Möglichkeiten, unseren Charakter zu verbessern. Waffen, Gadgets und Taschen stehen dabei zur Auswahl und wir benötigen immer seltenere Ressourcen, wie beispielsweise Tierfelle.

Angefangen mit der Sammlerin Sayla, suchen und finden wir in der Welt von Oros immer mehr Wenjas, die sich unserem Dorf anschließen. Mit jedem größeren Fortschritt im Dorf, schaltet sich ein neuer Talentbaum mit je 4-12 Talenten frei, in dem wir unsere Fähigkeitspunkte investieren können. So können wir etwa das Überleben, Sammeln und Jagen lernen oder unsere Bestienmeister-Fähigkeiten ausbauen, die wir zum Bändigen größerer Tiere benötigen. Acht verschiedene Talentbäume stehen uns dabei zur Verfügung.

Nahrungsrezepte, Steuerung & Co. – Nette Features oder doch eher unvorteilhaft?

Die Welt von Oros ist groß und nicht gerade übersichtlich. Von daher sind wir froh gewesen über die Karte, die uns von einem Objective zum nächsten führt. Die sonst recht natürliche Steuerung von Far Cry Primal sticht durch eine kleine, aber stark präsente Ungereimtheit hervor. Um einen dauerhaft anhaltenden Sprint zu erhalten, ist relativ schnell wiederholtes Drücken der Shift-Taste gefordert. Durch Benutzen dieser Funktion wird das Reiten als schnellste Art der Fortbewegung leicht übersehen.

Ähnlich verhält es sich mit dem “ausgehebelten” Nahrungsmenü. Obwohl wir ab und zu in den Hinweisen über den Nutzen von Nahrungsrezepten gelesen haben, nutzen wir selbige erst in der Endphase der Main-Story, als sie zwingend notwendig werden. Bis zu diesem Zeitpunkt erwies sich die Standard-Heilung als ausreichend.

Die Eule als erster Begleiter ist hilfreich in der Aufklärung feindlicher Basen. Doch von dem Moment, in dem wir sie erhalten, bis wir sie wirklich einmal zur Unterstützung eines Angriffs benötigen, vergehen unzählige Stunden.

Das System des Baseraidings aus Far Cry 4 wurde praktisch unverändert in Primal übernommen. Außenposten und Leuchtfeuer gilt es nun zu erobern, um unser Gebiet zu erweitern. Obgleich dieses System auf kurze Dauer für Spannung sorgt, wird es dennoch schnell monoton, da die Basen sich ähneln und im wesentlichen nur in der Anzahl der Gegner variieren – hier hätten wir uns mehr Abwechslung gewünscht.


Far Cry Primal Galerie

Fazit

Tim:

TimFar Cry Primal war für mich der erste Teil des Franchise. Schnell wurde ich durch das flüssige Gameplay in die brilliant inszenierte Welt von Oros hineingezogen und habe mich gespannt auf die Main-Story gestürzt. Und naja, dabei ist es geblieben. Ich ertappe mich immer mehr dabei, wie ich an den vielen unbekannten Orten und wütenden Tieren vorbeistürme, da ich jede der dort zu erledigenden Aufgaben bereits mehrfach gemacht, und nicht mehr als einige Erfahrungspunkte gewonnen habe. Nach etwas über 30 Stunden habe ich die Story durchgespielt und kann sagen, dass mir diese viel Vergnügen bereitet hat. Die detailreichen Charaktere fielen dabei zusätzlich als Motivation ins Auge. Ob ich jedoch nach dem Abschluss der Main Story wirklich jeden Winkel von Oros erkunden und jedes feindliche Lager vernichten würde, zweifle ich an. Denn dann wäre ich ja der Böse, oder?

Sascha:

saschaFar Cry Primal hat mich mit seinem Steinzeit-Setting wirklich überrascht – passt dieses doch so garnicht zu Far Cry, wenn man sich die restlichen Teile des Franchise genauer ansieht. Umso gespannter war ich, wie Ubisoft das Setting umsetzen würde. Die Welt von Oros ist sehr schön, die warmen Wälder im Süden und die eisige Tundra im Norden haben mich zum Erkunden eingeladen und es hat mir eine Menge Spaß gemacht, auf die Jagd nach den verschiedensten Bestien zu gehen. Das Sammeln von Rohstoffen war zu Beginn noch sehr motivierend, wurde nach einigen Stunden wie einige andere Sachen aber eher zur Nebensache und eintönig. Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und alle auf ihre Art sehr unterschiedlich – zumindest die Hauptcharaktere. Jedes Mal wenn Wogah mich Pissemann genannt hat, musste ich doch schmunzeln, denn die eigens für Far Cry Primal erfundene Steinzeit-Sprache der Wenja ist wirklich charmant und gibt dem ganzen noch ein wenig mehr Tiefe.

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