EarlyNinja

Das Early-Access-Prinzip steht bereits seit Jahren immer wieder in der Kritik. Spieler haben keine Garantie, dass die von ihnen finanzierten Titel tatsächlich fertiggestellt werden. Was sich jetzt allerdings in der „Early Access“ befindet, soll dem entgegenwirken. So verspricht EarlyNinja eine Versicherung für Early-Access-Käufer zu werden – und zieht den Ärger der Industrie auf sich.

Was ist EarlyNinja?

EarlyNinja ist ein Start-Up-Unternehmen, das aktuell auf Kickstarter finanziert wird. Ziel dieser Plattform soll es sein, „Early Access zu revolutionieren“. Das Prinzip ist simpel: Normalerweise fließen die Einnahmen gekaufter Early-Access-Titel direkt an die Entwickler. EarlyNinja möchte sich an dieser Stelle als „Verwalter“ zwischenschalten, und den Entwicklern nur noch – je nach Fortschritt zuvor festgelegter Meilensteine – Anteile ihrer Einnahmen zukommen lassen. 15 Prozent behalten sie hierbei für sich. Wird ein Meilenstein verpasst oder gar die Entwicklung abgebrochen, erhalten Spieler das Recht auf Rückerstattung ihrer Investition.

EarlyNinja Graph
Die Einnahmen der Verkäufe werden von EarlyNinja verwaltet und dann je nach Erreichen der Meilensteine an die Entwickler ausgezahlt oder den Spielern zurückerstattet.

Klingt zunächst nach einer findigen Idee. Und einige Investoren scheinen bereits Interesse mitgeteilt zu haben – so nahm das Projekt bereits über 10.000 Pfund ein. Zusätzlich begann das Team von EarlyNinja, über ihre Website eine Umfrage zu starten, welche Early-Access-Titel sie denn vermarkten sollten. Hier führen sie eine Auflistung von hunderten Games auf – ohne die entsprechende Erlaubnis der Entwickler einzuholen. Prompt meldeten sich die ersten Developer mit der Aufforderung, ihren Titel aus dieser Liste zu entfernen.

EarlyNinja – Gut für Spieler UND Entwickler?

Während nämlich das Vorhaben von EarlyNinja zwar einigen enttäuschten Spielern zugute kommen dürfte, empören sich die Entwickler zum einen über die Idee, ihnen die Gewinne ihrer Arbeit vorzuenthalten. Zum anderen lässt es aber auch falsche Schlüsse zu, indem EarlyNinja in seiner Community-Umfrage suggeriert, dass die Entwickler hier kein Sagen hätten, ob ihre Titel der Kontrolle unterworfen werden. So folgten schnell erste Rückmeldungen in den sozialen Netzwerken.

Innerhalb weniger Stunden beugten sich EarlyNinja den Aufforderungen und versprachen, jeder einzelnen nachzukommen. Dies zeigt den schweren Stand, den dieses Start-Up bei den Entwicklern haben dürfte. Finanziell möchte sich kein Entwickler abhängig von einer Zwischenstelle machen – zumal derartige Aufgaben ja bereits von Publishern übernommen werden. Nach eigenen Angaben möchten EarlyNinja die Entwickler durch niedrigere Abgaben locken, sowie mit einem Image-Gewinn durch das Refund-Versprechen.

Passt EarlyNinja mit Early Access?

Die Entwickler kritisieren nicht nur die finanzielle Abhängigkeit: Vielmehr widerspricht das Vorhaben von EarlyNinja auch dem Gedanken eines Early-Access-Programms. Denn hier sollte im Zentrum stehen, das Spiel an der Community anzupassen. Demzufolge ist der Prozess häufig mit Änderungen verbunden. Nahezu jeder größere Titel in diesem System, ob es ARK, DayZ oder Rust ist, hat mehr Zeit benötigt als von Beginn her absehbar. Die Freiheit, auf Wünsche der Community einzugehen und die Qualität nach der Beliebtheit des Titels anzupassen, würde an einem vorgegebenen Konstrukt und einer beschränkten Qualitätskontrolle durch einige wenige verloren gehen.

Die Kickstarter-Phase von EarlyNinja hat erst begonnen, und während frustrierte Early-Access-Spieler hier Hoffnung sehen, ist die breite Kritik vonseiten der Spiele-Entwickler bereits offensichtlich. Ob EarlyNinja also selbst im Falle einer Vollfinanzierung Partner finden dürfte, steht in den Sternen.

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