Doom Reveal Titel

Das neue Doom ist in vieler Hinsicht spielerisch wohl der interessanteste Shooter des Jahres. Schlagwörter wie Old School, brutale Finisher, BFG Gun oder Id Software tragen dazu bei, dass das neue Doom wohl eines der heiß begehrtesten Spiele des Jahres 2016 ist. Aber ist dieser Hype am Ende eher unbegründet oder erwartet uns mit diesem Titel tatsächlich der vielleicht interessanteste First-Person Shooter des Jahres?

Ein Klassiker der Spielegeschichte

Schnelle Action, ein neuartiges Gameplay und abwechslungsreiche Gegner: Das war es, was Doom 1993 zu einem Meilenstein der Spielegeschichte machte. Jetzt nach zwei, drei, bzw. vier Nachfolgern zum Original Doom erscheint im Mai diesen Jahres eine Neuinterpretation des Shooter Klassikers mit dem simplen Namen „Doom“. Doom (2016) hat eine lange Entwicklungshistorie. Die Hinweise begannen 2008, als Id Software bekannt gab, weitere Mitarbeiter für eine Fortsetzung zu suchen. In den folgenden Jahren gab es immer mehr Gerüchte, wie das Basieren des Spiels auf der Id-Tech 5 Engine, die in Rage (2011) das Erste Mal auftauchte. Auf der QuakeCon 2014 wurde dann bekannt gegeben, dass Doom auf der Nachfolgeengine der Id-Tech 6 Engine aufbauen wird, die sich noch in Entwicklung befand. Die erste offizielle Ankündigung kam dann über Ecken.

Wer Wolfenstein: The New Order (2015) vorbestellte, der bekam Zugang zur Closed Beta von Doom, damit war das Spiel dann geleaket. Auf der E3 2015 in LA wurde dann erstes Bildmaterial gezeigt. Im Nachhinein veröffentlichte man aber auch Videos eines frühen Prototyps, der deutlich realistischer daherkommen sollte, als es das jetzige Doom tut. Der Titel hätte auch besser in die Reihe gepasst und wäre mit  Doom4 auch eine Fortsetzung, statt eines Reboots gewesen. Doom reiht sich dabei in eine Tradition ein, die man generell im visuellen Kulturbereich in letzter Zeit relativ häufig antreffen kann: Die Remake- und Reboot-Welle. Rise of the Triade aus dem Jahre 1994 wurde 2013 als Reboot neu aufgelegt und zahlreiche weitere klassische Shooter erhielten Reboots/Remakes und keine echten Fortsetzungen mehr. Doom reiht sich nun in diese „Old School Shooter“ mit ein und schürt im Vorfeld schon große Erwartungen.

Was ändert sich, was bleibt?

Im Kern wird sich Doom von dem, was das Original einst groß gemacht hat, nicht verändern. Schnelle dynamische Kämpfe, eine ausbalancierte Waffenauswahl, unterschiedliche Gegnertypen und ein auf Arcade ausgelegtes Schwierigkeitssystem sollen an die alten Stärken der Reihe erinnern. Hinzu bringt Id Software ein neues Nahkampffeature. Wenn ein Körperteil des Gegners aufblinkt, so kann der „Doom Guy“ einen „Nahkampf-Finisher“ ausführen, der – wie im Pressematerial zu sehen war – sehr brutal ausfallen wird. Auch Zwischenbosse werden sich dem Protagonisten in den Weg stellen. Auch das Szenario wird gewohnt klassisch gehalten. Dämonen aus der Hölle fallen in unsere Welt ein und unser Protagonist wird sich den „Horden des Bösen“ in den Weg stellen.

Wie wir jedoch auf der E3 bereits sehen konnten, wird es auch eine Passage in der Hölle geben, die grafisch sehr dystopisch angehaucht ist. Völlig neu ist das „hoch dynamische“ Jet Pack, das im Kampf für mehr Vielfalt sorgen soll. Allerdings kann das sehr nach hinten losgehen, da der Kampf sich auf engem Raum abspielt und das Jet Pack in den engen Levelschläuchen wahrscheinlich nie zur vollen Geltung kommen kann.

Der Trailer der E3 ließ mich aber noch ein weiteres Problem beachten: Die Schrotflinte des Protagonisten, wenn nicht gar das komplette Waffenarsenal haben einen sehr „laschen“ Rückstoß, genau der große Fehler eines „Old School“ angehauchten Shooters. In einem Shooter, der an die 90er erinnern soll, muss es zumindest einen audiovisuellen Kickback geben. Eine Schrotflinte, die nicht ausschlägt, wirkt einfach hohl und billig. Auch spielerisch macht ein höherer Rückstoß bei Waffen das Spiel nicht nur anspruchsvoller, sondern auch abwechslungsreicher. Rückstoß ist ja meist eher eine Nebenkomponente, fiel mir in diesem Trailer auf.

Kommen wir noch kurz auf den Multiplayer zu sprechen. Im Zentrum der Doom Vorstellung wurde zwar eher auf den Einzelspieler geachtet, aber es gab auch einen Trailer zum Mehrspieleranteil. Dieser teilt sich in den normalen Kampf und ein Tool namens Snapmap. Der normale Kampf wird sich in gewohnten Modi wie Team Deathmatch, Capture the Flag, den Modus Seelenernte“, im Grunde ein Neologismus für den aus Call of Duty bekannten Modus „Abschuss bestätigt“. In „Versteinern“ werden Gegner versteinert und können von Verbündeten wiederbelebt werden. „Kriegspfad“ ist im Grunde wie King of the Hill, man erobert eine sich stetig bewegende Zone gegen Feinde. Ansonsten bleibt es beim typischen Gameplay, schnelle Action, allerdings meines Erachtens nicht so schnell wie in einem Quake. Hinzu kommen einsammelbare Items, die dem Spieler zusätzliche Fähigkeiten verleihen.

Abschließend wird der Multiplayer von Doom wohl kein neues Quake werden, dazu bietet er keine Innovation, aber als Nebenwerk zum Singleplayer ist er auf jeden Fall einen Blick wert. Das Tool Snapmap bietet hingegen tatsächlich eine große Neuerung. Dahinter verbirgt sich ein Map und Missionseditor für Laien. Ergo kann jeder sich Maps zusammenbauen und diesen dann in einer Art Workshop hochladen. Auf jeden Fall eine tolle Neuerung, die auch ohne unnötige DLCs und kostenpflichtige Updates für Abwechslung sorgen wird.

Ich freue mich auf Doom, Doom könnte 2016 einer der Titel werden, die mich wieder für Wochen vor den Bildschirm fesseln werden. Am 13. Mai ist es so weit und ab dann können die Dämonen endlich wieder abgeknallt werden. Im folgenden Trailer sieht man den ehemaligen Prototypen:

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