Devotion Test - Asia Horror Spiel PC

Derartiges war bereits zu vermuten, doch jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Die chinesische Regierung hat Idievent – dem Publisher des Horror-Adventures Devotion – die Geschäftslizenz entzogen. In der Begründung heißt es, Idievent habe die „nationale Sicherheit gefährdet“.

Wir sollten zu den wenigen Glücklichen gehören, die Devotion von Red Candle Games noch zu Gesicht bekamen. Denn unseren Test konnten wir gar nicht so schnell veröffentlichen, wie das Horrorspiel wieder von Steam verschwunden war. Der Grund: Die Taiwanesen hatten darin ein Easter Egg verbaut, das den chinesischen Präsidenten Xi Jinping verunglimpfte. Daraufhin bombardierten regierungstreue Chinesen den Titel mit negativen Reviews – und forcierten so dessen Entfernung.

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In einem offiziellen Statement ließ Red Candle Games dann verlauten, Devotion entsprechend überarbeiten und einem erweiterten QA-Check unterziehen zu wollen. Tatsächlich aber war die chinesische Regierung auf das Spiel aufmerksam geworden, so dass dem Publisher die Hände gebunden waren. Aus einem erst kürzlich der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Dokument geht nun hervor, dass Idievent die Geschäftslizenz schon vor Längerem – nämlich Ende Mai – entzogen wurde.

Wiederveröffentlichung schwieriger als gedacht

Luis Wong vom Publisher Indienova sprach von einem Präzedenzfall für Publisher, die allein für die Veröffentlichung von fragwürdigen Inhalten geradewegs zum „Hackblock“ geschickt würden. Ähnlich äußerte sich der CEO von Another Indie: Das „Todesurteil“ für Idievent signalisiere unmissverständlich, dass die Regierung unter Xi Jinping jetzt deutlich mehr gewillt sei, die Publisher von Videospielen zu bestrafen. Auf der anderen Seite macht er Idievent sinngemäß den Vorwurf, bei der Qualitätssicherung geschlampt zu haben.

Devotion Test - Puppen
Ob wir Devotion wiedersehen werden? Die Suche nach einem neuen Publisher dürfe sich schwierig gestalten.

Der Ärger des CEOs, der ebenfalls Firmensitze in Taiwan unterhält, ist verständlich. Denn bislang hatte sich die chinesische Regierung kaum für Steams Sortiment interessiert, was sich nun ändern dürfte. Die Kontrolle über die Unterhaltungsindustrie wird von der Xi-Regierung stark priorisiert. Daher sind chinesische Publisher oft auf „Schlupflöcher“ angewiesen. Eines dieser Schlupflöcher war Steam.

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