Dead Alliance

Durch Dekaden von Zombieapokalpysen ergibt sich mit den untoten Horden immer ein Problem: Man kann sie nicht alle töten. Dead Alliance verfolgt hier einen frischen Ansatz und möchte aus Zitronen Limonade machen, indem wir die Gehirnlosen selbst zu unseren Waffen machen. Die Leidtragenden sind in diesem Fall natürlich unsere Gegner, die jedoch ebenfalls die Horden auf uns zu Hetzen versuchen.

Totgeglaubte leben länger

Manch einem kommt das Prinzip jedoch merkwürdig bekannt vor: Bereits im letzten Jahr veröffentlichte Entwickler illfonic den Competitive Shooter unter dem Titel Moving Hazard – damals noch in Early Access. Jedoch verschwand das Spiel nach einiger Zeit spurlos von Steam.

Zombies hetzen in Dead Alliance
Auf sie mit Gebrüll – hetzt die Untoten auf eure Feinde.

Jetzt hat das Projekt mit Maximum Games als Publisher und dem neuen Titel Dead Alliance die Bühne erneut betreten und lädt zum Beta-Test. Early-Access-Käufer von Moving Hazard erhalten Keys als Ausgleich umsonst. Die Beta teasert für einen Release am 29. August. Preislich liegt der Titel im Durchschnitt: Für 25 € erhaltet ihr sämtliche Multiplayer-Modi, für einen zusätzlichen Singleplayer-Aspekt summiert sich die Vorbestellung aber bereits auf 40 €. Was erhaltet ihr dafür?

Zombiehetzen im Beta-Test

Einmal gestartet, läuft das Spiel schnell: Per Klick kommen wir in ein zufälliges Match. Bisher stehen drei Spielmodi und Maps zur Verfügung, die klassischen Shooter- und MOBA-Systemen entsprechen: Team Deathmatch, King of the Hill und Attrition, bei dem ihr einzelne Punkte bis hin zur gegnerischen Basis einnehmt.

Wir wählen uns also einen der verfügbaren Loadouts und stürzen uns ins Gefecht. Diese sind 4 vs 4 und bergen zahlreiche Zombies. Jedoch sind die Maps sehr klein gehalten, was auch die Zahl der Untoten begrenzt, die – sobald einmal erledigt – irgendwo wieder aus einer Ecke gekrochen kommen. Tatsächlich klappt es am Anfang ganz gut, wir finden einen großen Zombie und sammeln uns sogar ein kleines Grüppchen zusammen, werfen eine der Chemie-Granaten und Bumm, stürmen sie alle in Richtung eines Gegners davon. Eine „Horde“ von einem Dutzend oder mehr kriegen wir dabei aber nie zusammen.

Das brauchen wir aber auch nicht, denn zum Einen machen die Untoten im rasenden Zustand durchaus einiges an Schaden, und zum anderen haben wir ja immer noch unseren eigenen Schießprügel. Hier reicht das Arsenal vom Crossbow bis zum LMG, unterstützt durch eine Pistole, diverse Ausrüstungsgegestände gegen Zombies oder Gegner, und natürlich den bereits in Call of Duty zurecht gefürchteten Messerhieb.

Dead Alliance Sniper
Die Waffenreichweite deckt die grundlegenden Typen ab.

Die Maps sind zu Beginn schön unübersichtlich: überall gibt es Möglichkeiten, sich in Häusereingängen oder ähnlichem zu verstecken. Dazu sorgen die Zombies zusätzlich für Unruhe und erfordern Vorsicht in der Bewegung. Viele werdet ihr stehen lassen wollen, andere mit schnellen Kopfschüssen ausschalten, wieder andere auf die Gegner hetzen. Das Spielprinzip scheint aufzugehen.

Reif für den Release?

Doch die wenigen Features halten nicht lange: Dead Alliance ist in seinem Beta-Test von zahlreichen Problemen geprägt: Zu Beginn suchen wir vergebens nach Optionen mit Keybindings, um überhaupt erstmal zu sehen, was wir eigentlich machen können. Wir können in die Hocke gehen, uns aber nicht hinlegen. Wir können Sprinten, werden aber durch Ausdauer beschränkt. Die Loadout-Größe entscheidet hierbei, ob wir als Scout durch die Gegend flitzen und gerne mal einen Gegner hinterrücks mit unserem Messer vertraut machen, oder ob wir mit dem schweren LMG eine feste Position beziehen und einfach draufhalten. Die kleinen Maps bereiten hierbei zusehends Spawn-Probleme, die sich zu häufig auch im Scoreboard widerspiegeln.

Mit der Armbrust in Dead Alliance
Mit der Armbrust verursacht ihr weniger Lärm und umgeht die Zombies so besser.

Dead Alliance versucht, ein Call of Duty Feeling zu erzeugen und mit den kontrollierbaren Zombies herauszuragen – das gelingt jedoch nur zu Teilen. Die Bewegung ist zu träge, das Schießen zu ungenau, und die Maps zu unübersichtlich. Mit all diesen Mäkeln verlief der Einstieg in die Open Beta für illfonic alles andere als rosig: Gerade einmal 17% der Steam-Bewertungen sind positiv, Anmerkungen bemängeln eine schlechte Steuerung oder nehmen auch Bezug auf illfonics Abrücken von Friday the 13th hin zu ihrem neuen Projekt. Dazu kommt der relativ happige Preis ab Release. Wenn ihr auf PvP-Shooter wie Call of Duty und Kämpfe mit und gegen Zombies steht, können wir euch nur empfehlen, bis zum 31. Juli selbst einmal in die Beta zu schauen und euch einen Eindruck zu verschaffen, denn blinde Vorbesteller könnten hier enttäuscht werden.

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