DayZ Geburtstag
(Bildcredit: Elias Merz)

Am heutigen Tag befindet sich DayZ offiziell drei Jahre in den Händen der Spieler – und immer noch im Early-Access-Stadium. Wir werfen einen Blick auf die größten Veränderungen im Klassiker der Zombie-Survivals. Und es hat sich mehr angesammelt, als die Kritik vieler vermuten lässt.

Spielwelt – die Entstehung von Chernarus+

Ein Spiel ist immer nur so gut, wie die Welt, in der es stattfindet. DayZ bietet mit über 160km² eine der größten komplett begehbaren Karten von allen Videospielen. Als wir Ende 2013 Fuß auf die Map setzten, war sie für viele Spieler noch wohlbekannt aus ArmA. Die großen Küstenstädte Chernogorsk und Elektrozavodsk sowie das Balota-Airfield waren der Hauptspielplatz und nur wenige Schritte vom Spawn entfernt.

Doch die Entwickler planten kein so beschränktes Erlebnis. Vielmehr sollten Spieler zur Bewegung und Erkundung über die gesamte Karte angereizt werden. So wurden im Norden 45km² Fläche komplett neu gestaltet mit großen Städten und alten Militäranlagen. So auch das wohl am schwersten zu erreichende Gebiet: Die Tisy-Militärbasis.

DayZ_Chernogorsk
Die überarbeitete Küstenstadt Chernogorsk.

Doch es wurden nicht nur leere Flächen bebaut. Nach und nach nahm sich das Team um Lead-World-Designer Arseny Smirnov jedes einzelne Dorf und jede Stadt erneut vor, um sie atmosphärischer und stimmiger zu gestalten. Zusammen mit dem neu eingefügten Küstennebel ergibt sich so trotz des relativ ungewöhlichen Settings in Tschechien ein beeindruckendes Gebiet, in dem es mit jedem Update mehr zu entdecken gibt.

Mit dem Patch 0.62 erwartet Chernarus‘ Vegetation dazu noch einmal ein großes visuelles Upgrade. Wir dürfen gespannt sein.

Hunderte Variationen im Kampf Mann gegen Mann

Wer von Beginn an dabei war, kannte ein simples Prinzip: Häuser looten, Mosin oder M4 greifen, Munition finden und ab in den Kampf! Doch ein solch leichter Einstieg in den Kampf erzeugt eine Schnelllebigkeit, die keine starke Verbindung mit dem eigenen Charakter herbeiführen kann. Als Lösung wurden die Spawnzonen für Militärgebiet im Zusammenspiel mit dem Mapdesign weiter in das Inland verlegt. So verlagerten sich die Kampfzonen zunächst nach Berenzino, aber anschließend hauptsächlich zum nordwestlichen Flugfeld.

Auch das Waffenarsenal wurde auf eine stattliche Bandbreite erweitert: 13 verschiedene Pistolen, 28 Langwaffen-Modelle und dutzende Wege des Nahkampfs gestalten Gefechte in DayZ inzwischen durchaus abwechslungsreich. Gleichzeitig wird die Gefahr durch die Umwelt beständig erhöht.

Ein neues Kampfgebiet bildet das Zeltlager der Tisy-Militärbasis. (© imgur/hwk)

Die wachsenden Ansprüche im PvE

So spawnen die Infizierten jetzt häufiger und verstreuter über die gesamte Map und sind nicht länger ein ausschlaggebender Faktor, an dem ihr die Präsenz von Spielern erkennen oder ausschließen könntet. Stattdessen jagen sie euch unerbittlich und lassen sich dabei auch nicht mehr von Mauern und Zäunen bremsen, über die sie drüberspringen. Außerdem bietet das Spiel nun eine weitaus größere Variation an Infizierten-Modellen und -Skins.

Es gibt Krankheiten! Ob es sich um Lebensmittelvergiftung oder Cholera handelt – beide solltet ihr meiden, da sie euch im Spiel behindern und unbehandelt auch lebensgefährlich enden können.

Essen, Trinken, Wärme und Kälte, all diese Faktoren fließen zusätzlich in den Zustand eures Charakters mit ein – stärker als noch zu Beginn. So gilt es auch hier, vermehrt auf eure Kleidung zu achten, und ob diese denn wetterfest ist. Durch Knappheit von Nahrung wird der Spielstil entschleunigt, da Spieler gründlicher nach Nahrung suchen oder diese sogar selbstständig anbauen müssen.

Zeitgleich gibt es jetzt eine Vielzahl an Tieren: Kühe, Schafe, (Wild-)Schweine, Hasen, Füchse, Ziegen, Hühner und seit neuestem auch Wölfe sorgen für ausreichend Jagdmöglichkeiten durch das Land hinweg – oder macht uns selbst zur Beute. Belohnt werden wir auf unseren Streifzügen durch nährreiches Fleisch und Leder, aus dem wir Kleidung herstellen können. Insgesamt existiert bereits eine ganze Bandbreite naturnaher Craftingzweige, die euch unter anderem mit Lederkleidung, Messer, Angel und Bogen versorgt, ohne dass ihr dafür auch nur ein Haus durchsuchen müsstet.

Auf vier Rädern durch Chernarus

Ein solch große Karte wie Chernarus bietet mehr als alle anderen Bedarf nach diversen Arten der Fortbewegung. Aktuell gibt es bereits fünf verschiedene Fahrzeugmodelle mit spezifischen Fahreigenschaften und Teilen im Spiel. Sieben weitere sind bereits fest geplant, darunter ein Fahrrad, Motorrad, Flugzeug und Hubschrauber. Verbesserte Physics für diese Transportmöglichkeiten sowie der neue Charakter-Controller befinden sich noch in der Fertigung und erwarten uns vor dem Übergang zur Beta.

Der Offroader, Bus und Sedan sind bereits im Spiel findbar, ebenso wie der V3S-Truck.

All die „kleinen“ Sachen

In vielen Gesichtspunkten zeigt sich die komplette Überholung des Titels: Ob Ingame-UI, Hauptmenü oder Spielerkamera, nichts ist mehr dasselbe wie noch zu Beginn. Hunderte verschiedener Kleidungsstücke erfreuen insbesondere die Roleplayer zahlreicher Server. Denn sie ermöglichen es jedem, seinen Charakter oder sein Squad einzigartig zu gestalten. Statt berechenbarem Spawn alle 30 Minuten wird der Loot nun von einem komplexen System im Hintergrund verwaltet. Dies zwingt die Spieler zur Bewegung über die Map, um an anderen Orten andere Gegenstände zu entdecken.

Von der technischen Seite hat der neue Renderer selbst in seiner ersten Implementierung die Frames pro Sekunde auf den meisten Rechnern mindestens verdoppelt. Neue, dynamische Schatten lassen die Nächte lebendiger wirken als je zuvor. Aktiver Kampf gegen Cheater erschwert die Beschaffung von Hacks deutlich und Whitelist-Server privater Communitys bieten nahezu vollständigen Schutz in diese Richtung. Auf der Sound-Seite wird ein neues System etabliert, welches Schüsse weitaus natürlicher klingen lassen wird.

Was kommt noch?

Die Grundüberholung der Engine stellt die Entwickler anscheinend weiterhin vor größere Herausforderungen, als zu Beginn geplant. So verzögerten sich die Patches 0.60 und 0.61 stark. Zudem hatten sie lange Experimental-Phasen, um zahlreiche schwere Bugs und Server-Crashs zu beseitigen. Mit Hinblick auf die Ergänzungen im Bereich Animationssystem und Player-Controller ist nicht zu erwarten, dass dies nach der Version 0.62 besser wird. Währenddessen wird sich weiterhin mit Übergangslösungen beholfen, um effizient zu arbeiten.

Bumblebee-Flugzeug in DayZ
Blick in die Zukunft: Das erste Flugzeug mit dem klangvollen Namen „Bumblebee“ kommt bestimmt.

Doch die Ziele des Teams sind hoch: Weiterhin ist eine kontaminierte Zone um die Tisy-Militärbasis geplant, ebenso wie ein Ausdauersystem und Wasserfahrzeuge. Desweiteren ist ein ausgefeiltes Basebuilding-System geplant, das Spieler auch längerfristig mit Arbeit versorgen dürfte. All das soll nur die Basis für die Beta bilden, die sich dann auf das Fixen all der bestehenden Bugs und Performance-Optimierung fokussieren soll.

Den letzten entscheidenden Punkt bildet für DayZ die Veröffentlichung der Modding-Tools. Auch hier ist von der ArmA-Community stets Großes zu erwarten gewesen. So können wir auch für den Survival-Bruder mit einigen coolen Modifikationen rechnen.

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