Days Gone
Die Masse macht den Unterschied

Fünf Monate ist es nun schon her, dass Sony mit Days Gone sein nächstes großes Survival-Projekt auf der E3 vorgestellt hat. Seitdem gab es außer dem stetig wiederholten Gameplay-Trailer wenig zu sehen. Wie viel ist also Schein, wie viel Realität am Hype-Train für Days Gone?

Sony folgt dem Trend

Mit ihrem letzten Exklusiv-Hit The Last of Us zeigte Sony, dass sie Survival können. Und, dass sich dieses Genre rentiert. Was liegt also näher, als umgehend den nächsten Hit zu planen? Der Fakt, dass die Entwicklung bereits 2013 (Releasejahr von The Last of Us und World War Z) begann, lässt einiges an Spekulation zu – auch im Bereich der Inspiration. Seitdem ist das Genre aber gereift und viele Early-Access-Projekte haben Form angenommen. Gegen diese meistens Sandbox-artigen Langzeitprojekte will Sony sehr wahrscheinlich erneut einen kurzweiligen Kassenschlager werfen, der für einen Vorbestellpreis von aktuell 70€ aber wenigstens nicht nur an eine Story gebunden sein, sondern tatsächlich eine offene Welt beinhalten soll.

Was ist Days Gone eigentlich?

Trotz bereits gezeigter Gameplay-Trailer bleiben viele Aspekte von Days Gone im Dunkeln. Der E3-Trailer zeigt den allseits beliebten „Lone Ranger“, einen weißen Mann mittleren Alters, der zur Tragik seine geliebte Frau/Freundin verloren hat und nun nach amerikanischer Roadtrip-Romantik nur noch die Straße und sein cooles Motorrad hat. Die Zombies erinnern in ihrem Auftreten extrem stark an die strömenden Massen aus World War Z und werden ebenso behandelt – als Massenware. Mit dem Sturmgewehr einfach in die Masse reinhalten ergibt: Jeder Schuss ein Treffer und ein toter Zombie. Das ganze Gemetzel wird durch eine interaktive Umgebung mit den klassischen Explosivfässern und zerstörbaren Weltelementen unterstützt.

So beschreiben es auch die Entwickler im Interview vielmehr als Action-Adventure-Game. Survival-Aspekte werden sich also sehr wahrscheinlich eher auf Bewaffnung konzentrieren als auf passive Aspekte wie das Sammeln von Nahrung oder Schutz vor Wettereinflüssen.

Survival-Hype auf wenig Basis

Zuletzt nutzte Sony Days Gone zur Bewerbung der Leistung ihrer PS4 Pro, die zuletzt veröffentlicht wurde. Hierzu wurde eine Demo vorgestellt, die das Spiel nativ in 4K-Auflösung berechnete – jedoch direkt verbunden mit dem Kommentar, es gäbe keine Garantie, dass der fertige Titel dies könne. Das Vorstellen von Spielen in stark hochgerechneten Demos ist Standard in der Industrie.

Zusammenfassend lässt sich bisher nur davon ausgehen, dass Mainstream-Action-Fans, die gerne Zombies in Massen schlachten, mit Days Gone wohl auf ihre Kosten kommen dürften. Ob sich darin aber tatsächlich Survival-Elemente verstecken oder ob das Setting nur die Action rechtfertigt, bleibt vorerst im Dunklen. Ebenso wenig kann man über die Qualität der Story sagen. Ein einsamer Biker klingt zwar immer gut, aber bietet alleine noch keine gute Geschichte. Der Hype-Train legt trotzdem ungebremst zu – und könnte den einen oder anderen Spieler zur unvorsichtigen Vorbestellung verleiten.


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4 KOMMENTARE

  1. Das Spiel wird mega so oder so hab es schon vor Monaten vorbestellt..(auf konsole wird es eh nix geben was besser wird,vllt noch Gta 6 oder RR2) es gab übrigens ein Versand Datum
    Ist der 23.8.2017
    Mfg

  2. Gute Recherche sieht anders aus ;) wurde schon bestätigt dass die Zombies NICHT nach einem Treffer sterben. Das war nur zu Demozwecken so eingestellt. ( Vermutlich um ein scheitern an dieser Stelle zu verhindern)

    Der ganze Artikel.. eigentlich ist jedes Wort schon wieder zu viel. Mainstream action? Wie kann man von dem gezeigten Material bereits Schlüsse auf die Story schließen? Wofür werden Spiele entwickelt? Für hipster? Ein wenig mehr Wertschätzung für die Arbeit würde dem Autor sicher gut tun. Es gibt so viele halbherzige Umsetzungen in diesem Genre. Sei es aufgrund fehlendem Talent oder Budget.. Umso besser wenn sich mal große Studios dem widmen.

    Nach dem no man’s sky Desaster sollte jeder mit hypes umgehen können ohne gleich alles erstmal künstlich schlecht machen zu wollen. Vielleicht beim nächsten mal ;)

    • Gut hinterfragt.

      Vom Gameplay her haben die Entwickler den Kampf / Flucht vor Zombiehorden hervorgehoben. Da sie in Sachen Flucht beiweitem nicht an die Qualität von Dying Light heranragen, wird hier sehr wahrscheinlich der Kampf im Vordergrund stehen. Dafür spricht auch der Aufbau der gezeigten Map.

      Bleibt auch die Frage, wie stärkere Zombies das Gameplay beeinflussen, z.B. wenn die Zombies NICHT bei einem Schuss umfallen, wird es nie so große Horden geben, weil der Spieler sie nicht besiegen könnte. Wäre in diesem Fall Vorgaukeln von Spielinhalt/Spielgefühl, das es so nie geben würde.

      Zur Story wurde bereits einiges gesagt, und den Rest muss man sich daraus erschließen. Wir lassen uns da aber auch immer gerne positiv überraschen. ;)

      Bezüglich Wertschätzung sind wir große Fans des Genre. Aber wir haben auch dementsprechende Ansprüche, insbesondere bei Produkten von Studios, die zumindest über das nötige Budget verfügen sollten, wie du sagst.

      Unser Genre hier ist insbesondere Survival, weswegen wir im Beitrag diskutieren, wie dieser Aspekt im passenden Setting umgesetzt wird. Und mit Mainstream ist eben gemeint, dass die Survival-Sparte hier eher vernachlässigt wird. Eine Trennung zwischen Mainstream und Hipster ist in diesem Fall Schwarz-Weiß-Malerei deinerseits.

      Und Enttäuschungen insbesondere bei PreOrdern sind seit langem ein Thema und alleine der Fakt, dass das Spiel bereits ohne Releasedatum zur Vorbestellung angebten wird erfordert, dass man kritisch hinterfragt, was von dem Titel überhaupt bekannt ist – und was schlimmstenfalls dahinterstecken kann. Denn wie man sieht, wird zur Bewerbung immer mehr vorgegaukelt, was im Endspiel längst nicht mehr der Fall sein wird.

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