Ein aufgeregter Post sorgt gerade für kontroverse Unterhaltung im ATLAS-Subreddit. Was steht zur Diskussion?

ATLAS false flag companies reddit
Dieser Reddit-Post von u/Modernautomatic stürzt sich auf die Frage, ob es eine gute Idee ist, Companies mit dem gleichen Namen in ATLAS zuzulassen.

Im Grunde bemängelt der User “Modernautomatic”, dass es derzeit möglich ist, sich im Piraten-MMO einen Company-Namen zu klauen, und damit allerhand Blödsinn zu machen. Es gibt nämlich keine Absicherung gegen die mehrfache Verwendung eines Company-Namens. False-Flag-Aktionen, falsche Anschuldigungen, Piratenkämpfe, die nicht im Interesse der (um ihren Namen bestohlenen) Company sind, … die Liste an (mutwillig?) gestatteten Schandtaten ist lang. So einfach die Lösung, eine Sperrung der bereits verwendeten Namen, sein möge, so weitreichend wären die Folgen. Ich möchte in diesem Artikel die obenstehende Frage aufgreifen und darlegen, warum ATLAS die Freiheit der Companies letztendlich doch nicht einschränken sollte.

Hacker sollen das “Feature” ausgenutzt haben – Grund genug, es zu entfernen?

Spoiler: Nein, für mich in diesem Fall nicht. Warum: In meinen Augen ist es ein wichtiger Unterschied, ob es sich um eine technische “Lücke” im Code, oder um eine – absolut berechtigt fragwürdige – Gamedesign-Entscheidung mit Folgen für Gameplay und Atmosphäre handelt.

Die andere Seite der Medaille? Die Entwickler müssten sehr bald und auf die harte Tour erfahren haben, was Gamedesign mit Missbrauchspotenzial heißen kann. Sollte man sich solche Entscheidungen deshalb noch genauer überlegen, als sonst üblich? Ja, ich meine sehr wohl. Ich bin jedenfalls gespannt, wie weit der klare Missbrauch (abseits von normalem Gameplay, dazu gleich mehr) gehen muss, um Grapeshot Games zum Handeln zu zwingen. Was kommt nach dem vermeintlichen Bossgegner des Gamedesigners, mit dem klingenden Namen “Unruhestiftender Cheater”?

“Es gibt Companies, die ihren Namen nahezu täglich zum Trittbrettfahren nutzen”

Wie viel ist “zu viel des Guten”? Wer entscheidet, wie “böse” man im Multiplayer-Game sein darf, ohne das Spiel für Neulinge zu zerstören (Stichwort Bambikiller in DayZ)? Wie viel Freiheit muss Spielern gegeben werden, ihren eigenen Stil des Gameplays durchzusetzen?

Schwierige Fragen, die wohl den ein oder anderen Gamedesigner schon eine Weile beschäftigt haben. Ich persönlich gehöre hier dem flexiblen Fragment der Community an. Das heißt, dass ich es weder darauf anlege, immer möglichst toxic zu spielen, um die maximale Unruhe herbeizuführen, bevor man mich vom Server kickt – noch, dass ich versuche, in jeder Runde ein “good boy” zu sein und das Spiel möglichst brav handhabe, um dafür weniger Spaß zu haben. Die Dosis macht das Gift, und der Mix der Spielstile das gesunde In-Game-Klima. Täglich nur den “bad cop” spielen und ständig überall Unruhe stiften finde ich unangebracht.

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“Ist doch nicht so schlimm, schaut halt auf die ID”

Hier beginnt sich die Community-Sicht zu spalten. So gibt es nämlich nicht nur die Company-Namen, sondern auch eine (ausnahmsweise wirklich eindeutige) ID, die jeder Company zugeordnet ist und im Spiel unter dem Namen angezeigt wird.

Hmmm. Der geschätzte, immer recht habende Rat des allwissenden Internets? Oder doch ein wenig durchdachter Kommentar eines Reddit-Kommentators? Ehrlich gesagt tendiere ich zu letzterem. Wer bitteschön merkt sich eine zehnstellige Nummer, um seine Konkurrenz eindeutig zu identifizieren, wenn es doch die für sich sprechende Variante des Namens gibt? Penibles Buch führen über Verhältnisse zu Mitmenschen halte ich (in-game) für unnötig bürokratischen Wahnsinn.

Dieser Aspekt für sich spricht meiner Ansicht nach für ein System mit eindeutigen Company-Namen. Die Identifizierung von Freund und Feind in teambasierten Videospielen zu erleichtern, ist schließlich absolut nichts neues.

“Helft euch doch mit Gameplay – malt individuelle Flaggen!”

Diesem Punkt der “Opposition” kann ich nur zustimmen. Wenn die Funktionen eines Spiels etwas nicht hergeben, umgeht man sie eben und macht das beste daraus, mit Optionen die das Gameplay selbst offenbart. Wäre nicht das erste Mal, dass sich ganze Spielerclans mit gleichfarbigen Armbinden gegen Zombies durchschlagen und Leitern vermeiden, um nicht durch einen Bug abzustürzen. Kreativität ist gefragt! Bleibt natürlich die Frage, ob es Aufgabe der Spieler sein muss, ein Game “genießbar” zu machen. Was meinst du?

Warum ATLAS Fake-Companies nicht verbannen sollte

Das für mich entscheidende Argument liegt in der eingangs erwähnten Freiheit des Einzelnen. Warum sollte man das Vortäuschen einer Identität im Spiel technisch unterbinden, wenn im realen Leben Daten und Namen getauscht werden, als wären sie Unterwäsche? Was gibt dem Entwickler genug Grund, eine hinterlistige Spielweise in einem Piraten-Theme zu verbieten? Welchen Charme hätte das System mit befreundeten und verfeindeten Companies, wenn es nicht mehr möglich ist, einzelne Gruppen gegeneinander auszuspielen und sie zu beschäftigen, während man sich selbst an den Schätzen des Ozeans bedient?

Mir bleiben am Ende zu viele Fragen offen, um mich dem Traum eines missbrauchsfreien und fälschungssicher gestalteten Company-Systems in ATLAS hinzugeben. Auch, wenn das Anliegen sehr verlockend klingt, und ich rein toxische Spielweise grundsätzlich ablehne.

Was hältst du von dem ganzen Thema? Schreib deine Meinung in die Kommentare!

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