Im Test: Die Windows-Version


Das First-Person Survival-Spiel ARK: Survival Evolved wirft uns in eine von Dinosauriern und fremdartigen Kreaturen beherrschte Urzeit. In einer offenen Welt begeben wir uns auf die Jagd nach Nahrung, Wasser und Ressourcen. Mit voranschreitendem Level entwickeln wir uns von Steinzeitwerkzeugen über industrielle Maschinen bis hin zu futuristischen Laserwaffen. Für ausreichend Schutz sorgen Festungen, die wir uns selbst errichten können, oder ein Sci-Fi-Exoskelett mit Raketenrucksack – doch schützen sie uns auch vor den gefürchteten Wyverns?

Überleben von der Steinzeit bis zur Zukunft

Wir erwachen nackt am Strand einer Insel. Benommen schauen wir uns um und entdecken einen leuchtenden Stein in unserem Arm. Verzweifelt versuchen wir ihn zu entfernen, aber er ist in unseren Arm gepflanzt. Vor uns erblicken wir riesige Dinosaurier, doch keine Angst, es sind nur Pflanzenfresser – meistens jedenfalls. Am Strand finden wir Material für eine Spitzhacke aus Stein, um das Grundelement für das Überleben in der ungewöhnlichen Umgebung zu setzen. Doch bei solch einfachen Werkzeugen bleibt es nicht. So wird aus dem anfangs errichteten Strohhaus ein Steinhaus und die Steinaxt weicht Metallwerkzeugen. Aus Pfeil und Bogen wird ein Sturmgewehr, das Dinos in Sekunden durchlöchert. Der Skilltree steigt auf bis zu futuristischen Waffen, sowie einem Exoskelett mit Jetpack.

Ark Artwork
Wunderschönes Artwork von ARK: Survival Evolved mit gezähmten Raptor und Rex.

Doch nicht nur damit sichern wir unser Überleben: da gibt es ja noch die Dinos, Fabelwesen und Urzeittiere, die wir fast alle zähmen können. So stellen wir uns eine unaufhaltsame Armee zusammen. Auf der Insel sind drei große Obelisken verteilt, die anfangs noch unnütz erscheinen – doch später rufen wir an ihnen starke Bossgegner herbei. Da kommt eine Armee gerade recht, um diese zu bezwingen und den „Aufstieg“ als abschließendes Spielziel zu schaffen.

Warum bin ich hier?

Doch warum wir nackt, hungernd und frierend auf einer Insel aufwachen, darüber wird geschwiegen. Wie in anderen Sandbox-Spielen finden wir Hinweise zur Story in der Welt versteckt, eine Einleitung gibt es nicht. Bevor wir herausfinden, was wir eigentlich tun müssen, sind wir schon einige Male gestorben, teilweise auch durch Dinos, die uns bereits in der Aufwach-Animation angreifen. Haben wir dann nach dem zehnten Neustart endlich mal eine Hütte und ein Bett errichtet, kann es endlich mit der Spielerfahrung losgehen.

ARK Survival Evolved Reiter
Ein Tribe unterwegs auf ihren Reittieren.

Was wir dann entdecken konnten war allerdings fesselnd: Eine wunderschöne Insel, die in Jurassic Park-Atmosphäre überzeugt. Wir sehen Flugsaurier über unseren Köpfen oder Stegos über eine Wiese laufen, vielleicht sogar verfolgt von einem T-Rex. wir ziehen durch tropische Urwälder und sehen die Sonne durch die Baumkronen – die Optik überzeugt.

Um voran zu kommen, müssen wir selbst Dinos zähmen, die uns einen Vorteil beim Sammeln von Ressourcen bringen. Doch da ist der nächste Knackpunkt: das ist sterbenslangweilig. Anstatt eines spannenden Zähmkampfes, stehen wir uns die Beine neben einem schlafenden Tier in den Bauch. Krassestes Beispiel ist das Rock Elemental, was mal eben in 12 Stunden gezähmt ist. Ein Spino benötigt zwar nur ungefähr zwei Stunden, aber der Gute muss ständig im Auge behalten werden, da er sonst aufwacht. Flugsaurier sind da noch eine Stufe schlimmer: schießen wir ihnen in den Flügel, zählt der Treffer leider nicht. Natürlich alles aus Performancegründen, wie uns die Entwickler sagten. Leider nervt es tierisch, wenn 20 von 40 teuren Narkosegeschossen nicht gewertet wurden.

Stego Ark
Dieser Stego hat sich wohl an den Strand verirrt.

Haben wir den Zähmprozess hinter uns, beginnt wieder ein sehr schöner Teil des Spiels, die Tiergestaltung. So können wir unsere Dinos anmalen wie wir wollen, wir können die Sättel färben oder ihnen lustige Skins, wie beispielsweise eine große Lesebrille geben. Dazu können wir sie benennen und skillen, was meistens zu einem Freudentanz führt.

Viele Tiere, viele Bugs

Eins muss man ARK: Survival Evolved lassen: es hat extrem viel Umfang. Natürlich werden wir nicht von Content überrannt, sondern schalten durch das Engram-System, welches levelgebunden ist, nach und nach Items frei. Die erleichtern das Zähmen der über 100 Kreaturen durch bessere Narkosemittel. Manche davon können wir auch erst mit einem höheren Level reiten, weil gewisse Sättel erst ab einem bestimmten Level erlernbar sind.

Dazu bietet die Unreal Engine 4 Möglichkeiten für volle Mod-Unterstützung: Fangenerierte Skins, Modelle, Karten und Spielmodi gibt es bereits in Hülle und Fülle frei zum Download verfügbar. Sie ins Spiel zu integrieren ist kinderleicht. Leider schlägt sich das aber zusätzlich auf den Festplattenspeicher aus, wodurch das Spiel in der Grundform schon extrem viel Platz benötigt.

Wechsel zwischen Welten

Während des Spiels können wir zwischen den verschiedenen Arks (Karten) hin und her wechseln. Zum Release bietet das Spiel vier verschiedene Arks, eine fünfte erscheint im Oktober. Wer nur das Hauptspiel besitzt, darf The Island, The Center und Ragnarok sein Eigen nennen. Wer den Season Pass besitzt, darf auch noch Scorched Earth und bald Aberration dazu zählen.
Die Insel: Eine große Insel mit verschiedenen Biomen. Darunter Schneeberge, Dschungel, weite Felder sowie einen Vulkan und die offene See. Die Temperaturen sind angenehm.
The Center: Besteht aus vielen kleinen Inseln, welche Biome wie Sumpf, Wald oder Lava enthalten.
Ragnarok: Mythisch geht es hier zu, denn Greifen durchstreifen das Land. Aufgeteilt ist Ragnarok in Sumpfgebiete, Wälder und Highlands. Selbst Wyverns haben sich hierher verirrt.
Scorched Earth: Eine erbarmungslose Wüste erwartet euch hier. Nahrungsmittel verderben deutlich schneller und ein Hitzschlag lässt auch nicht lang auf sich warten. Dazu lauert der Tod nicht nur auf dem Sand, sondern auch darunter.
Aberration: Hier spielt sich das Leben in Höhlen ab, da die Sonneneinstrahlung gefährlich ist und Mutationen hervorruft. Die merkwürdigsten Gestalten lauern im künstlichen Licht der Unterwelt.

Leider umfasst die große Fülle an Umfang auch viele Bugs. Texturen, die verspätet geladen werden, Clipping-Fehler, falsche Beleuchtungen und verschwindende Items sind keine Seltenheit. Dazu ist die Performance selbst mit Highend-Ausstattung nicht gut. Selbst mit einer GTX1080 Ti und Full-HD Einstellungen kommt man meist nicht über die 50 FPS Marke.

Viele Features zu einem hohen Preis

ARK: Survival Evolved bietet zahlreiche Features und Kreaturen sowie vor allem die freie Entfaltung, wo und wie man seine Basis aufbauen will. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, und nur die eigene Vorstellung setzt dem eine Grenze. Andererseits erinnern die ganzen Spielfehler eher an den Release von Gothic 3. Obwohl es im Prinzip spielbar ist, wirkt der Preis mit 60 Euro (knapp 100 Euro mit Season Pass) für ein Spiel Übertrieben, das noch mit derartig vielen Problemen aus der Early Access belastet ist. Content ist leider nun mal nicht alles.

ARK: Survival Evolved ist für PC, Xbox One und PlayStation 4 erhältlich.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gameplay
4
Grafik
7
Sound
9
Story
5
Spielspaß
8
QUELLESurvivethis.news
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Hinter UdoVanGnudo verbirgt sich ein begeisterter Zocker, angetan von Dinosauriern und Ponys. Wenn man ihn mal nicht hinter der Flimmerkiste antrifft, dann befindet er sich wahrscheinlich irgendwo im Airsoft-Kampfeinsatz oder trinkt ein Bierchen, schmeißt die Angel in den See und entspannt.

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