Wer sich im Segment der Survival-Games auskennt, der weiß, dass Ark: Survival Evolved aktuell eines der Top-Games ist und das nicht nur innerhalb des Genres. Mitbegründer und Creative Director des Entwicklerstudios Wildcard Jesse Rapczak verriet der englischen Newsseite GameSpot in einem Interview einiges über den derzeitigen Stand und die zukünftige Entwicklung des Spiels.

Wir haben für euch die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Zum kompletten (englischen) Interview gelangt ihr hier: GameSpot Interview.

Story, Endgame-Content und Map-Erweiterung

In vielen Reviews, Diskussionen und Forenbeiträgen ist immer wieder die Rede von einer schlechten Bildrate. Selbst Spieler mit leistungsstarken Rechnern und einer aktuellen Grafikkarte berichten immer wieder von schlechten FPS und Performanceeinbrüchen. Rapczaks Antwort darauf ist simpel und logisch. Das Spiel befindet sich derzeit eher in einer Pre-Alpha-Version, in der im Vergleich zum aktuellen Content noch mindestens ein Drittel dazu kommen soll. So soll zum Beispiel innerhalb der nächsten Monate die Hintergrundgeschichte zu Ark in das Spiel implementiert werden. Konkret spricht Rapczak von Ruinen und Entdeckeraufzeichnungen, die auf der Insel verteilt zu finden sein sollen. Zusätzlich fehlen immer noch viele Dinos und Kreaturen sowie Endgame-Content mit Bossen – neben der bereits integrierten Brutmutter wurden, wie Ihr in unserer Vorschau für Version v235 und v236 bereits lesen konntet, drei weitere Bosse samt Arenas angekündigt.

(Quelle: Bossarena Artwork Jat – Datum: 16. Juli 2015)
(Bossarena Artwork Jat – Datum: 16. Juli 2015)

Rapczak erwähnt außerdem, dass die Insel selbst noch einiges an Veränderungen spüren wird. Es sollen neben dem Schnee- und Sumpfbiom, die vermutlich auch noch etwas überarbeitet werden, noch weitere Biome hinzukommen. Im 25. Ark-Digest vom 07. Januar wurde beispielsweise ein riesiges Wüstenbiom bestätigt. Im Interview spricht Rapczak über einen „Redwood Forest“. Das würde bedeuten, dass wir uns auf enorme Mammutbäume freuen dürfen. Was dann an Content noch möglich wäre – im Zweifel über die Modder-Community – kann man sich kaum erträumen. Denken wir zum Beispiel an Häuser in den schwankenden Wipfeln der Bäume oder an Verstecke in deren massiven Stämmen, Hängebrücken von Baum zu Baum, Affen, die sich an den herunterhängenden Lianen durch den Regenwald schwingen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Natürlich stellt sich bei dem Gedanken an weitere Biome jedoch eine wichtige Frage – wird die Insel in der Größe eventuell doch erweitert?  Wer im Moment als Neuling mit Ark beginnt, könnte durch die hohe Dichte an Dinosauriern und Tieren bereits überfordert sein. Die Spawns sollen darum auch zu einem späteren Zeitpunkt der Entwicklung, nämlich sobald alle Biome komplett ins Spiel implementiert sind und die Karte an sich fertig ist, von Grund auf erneuert werden. Im zehnten Digest hatten die Entwickler bereits bestätigt, dass die Karte überarbeitet werden soll. Die Hauptinsel wird jedoch nicht vergrößert, was auf die Grenzen der Engine zurückzuführen ist. Dafür werden aber zusätzliche Inseln geschaffen, der Ozean erweitert und somit die komplette Map größer. Dass das möglich ist, zeigen ja derzeit bereits zahlreiche Map-Erweiterungen wie Valhalla oder ShigoIslands.

Was Rapczak aber hauptsächlich mit dieser Auflistung an Erweiterungen und zusätzlichem Content klarstellen will – an der Performance des Spiels wird erst dann wirklich gearbeitet, wenn die Inhalte fertig sind. Das bedeutet, dass sich Spieler, denen ein ruckelfreies Gameplay mit hohen FPS wichtig ist, vielleicht noch etwas zurückhalten sollten. Aktuell kann davon ausgegangen werden, dass erst ab März effektiv an der Performanceschraube gedreht wird. Für den Patch v236 wurde ja bereits die Arbeit daran bestätigt, dieser soll zumindest laut derzeitiger Ankündigung bereits in der dritten Februarwoche erscheinen. Inwieweit die Verbesserung dann auch spürbar sein wird, kann nur spekuliert werden. Ab März soll laut Rapczak dann auch die Alphaphase offiziell beginnen, die sich über ein paar Monate bis zur Beta hinziehen soll.

Warum Ark: Survival Evolved so erfolgreich ist

Microsoft hatte Ende Dezember die beeindruckende Zahl von über einer Millionen Downloads von Ark: Survival Evolved auf der Xbox veröffentlicht. Seit dem verbringen laut Rapczak täglich durchschnittlich 105.000 Spieler ihre Freizeit mit dem Ausbau ihrer Basis oder dem Zähmen von Dinos allein auf der Xbox-Version. Im Vergleich dazu hinkt die PC-Version bisher mit trotzdem beeindruckenden 85.000 Spielern gleichzeitig ordentlich hinterher. Im Schnitt sind ca. 50.000 Spieler auf dem PC täglich in Ark online. Aber was macht dieses unfertige Spiel eigentlich so besonders?

Rapczak ist der Meinung, dass es hauptsächlich mit der ständigen Weiterentwicklung zusammenhängt. Das Spiel wächst sozusagen mit seinen Spielern und das ist vor allem für die Xbox-Spieler interessant, denn dort ist das im Vergleich zum PC noch mehr oder weniger Neuland. Es gibt regelmäßig neuen Content, neue Dinos, neue Events. Auch für den anstehenden Valentinstag haben sich laut Rapczak die Entwickler etwas einfallen lassen. Außerdem trägt seiner Meinung nach die Modder-Community viel zu dem Erfolg des Spiels bei, denn sie versorgt die Spieler zusätzlich mit neuen Inhalten und die Entwickler zudem auch immer wieder mit neuen Ideen. Wildcard ist sich der Bedeutung der Mods durchaus bewusst und veranstaltet aus diesem Grund immer wieder Modding-Wettbewerbe, bei denen die besten Erweiterungen stattliche Preise absahnen können. Aktuell findet ein weltweiter Wettbewerb statt, bei dem in mehreren Kategorien bis zu 10.000 $ vergeben werden – Einsendungen sind bis zum 15. März hier möglich.

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Einer der wohl wichtigsten Erfolgsfaktoren für Ark: Survival Evolved ist jedoch die Tatsache, dass es ein Spiel für fast jeden ist.

“My mom plays; she has never played a shooter in her life, it’s just really funny. None of them have ever been that into a game I’ve made before. If they’re doing it I know I must be doing something right.” (Jesse Rapczak im GameSpot Interview)

Es spielt keine Rolle, ob du dich lieber mit dem Ausbau deiner Behausung, mit dem Zähmen oder gar Züchten von Dinos beschäftigst. Ob du mit anderen Spielern handelst oder aber kriegerisch an deren Ressourcen kommst. Ob du allein spielst, gemeinsam mit deinen Freunden oder in einem riesigen Tribe – das Spiel bietet einfach jedem etwas, woran er Spaß haben kann.

Xbox One Split Screen und PS4

Offiziell für die Xbox One wurde nun auch der Split Screen für den am 10. Februar kommenden Patch bestätigt. Damit sollen mehrere Spieler gleichzeitig über eine Konsole im lokalen Spiel die Insel unsicher machen können. Was vielleicht ein wenig retro klingt, soll endlich wieder Einzug in die heimischen Wohnzimmer finden – gemeinsames Sitzen auf der Couch und einfach nur gemütlich zocken, das bedeutet, dass der Kauf von mehreren Konsolen beispielsweise für Familien für Ark nicht notwendig wäre. Laut Rapczak soll der Split Screen später für bis zu acht Personen möglich sein.

Die PS4-Version für Ark: Survival Evolved wird, wie bereits seit Langem bekannt, höchstwahrscheinlich nicht vor der Fertigstellung des Spiels veröffentlicht. Rapczak bedauert, dass Sony kein Early Access Programm hat, in das Ark mit seinem jetzigen Stand passen würde. Zumindest scheint er der PS4-Version jedoch freudig gegenüberzustehen, denn er ist sich sicher, dass die Arbeiten am Spiel für die Xbox One und das Feedback der Community auch der Entwicklung der PS4-Version zugutekommen werden.

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